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Parkomania: Fürst-Pückler-Park, Branitz (Brandenburg) von Christa Hasselhorst

Geschrieben von Alitex am in Blog, Gastbeiträge, Parkomania - Parks & Gärten

Er prägte den Begriff „Parkomanie“, war exzentrischer als viele Engländer und schuf eine Handvoll hinreißender Parkanlagen im Stil des Englischen Landschaftsparks. Aber berühmt ist er heute – leider – vor allem wegen des nach ihm benannten Eises, der „grüne Fürst“, Hermann Fürst von Pückler-Muskau! Gestatten: Abenteurer, Weltreisender, Womanizer, Schriftsteller, Spieler und eben blaublütiger Amateur-Landschaftsgestalter, einer der wichtigsten des 19. Jahrhunderts.  „Meine Bestimmung ist es, Sandwüsten in Oasen zu verwandeln“, sagte er ohne jegliche Bescheidenheit, die Saloniere Rahel von Varnhagen nannte ihn einen „Erdbändiger“.

Seinen ersten Park im Familiensitz Bad Muskau – heute deutsch-polnisch und UNESCO-Welterbe – trieb er mit seinen gigantischen Parkplänen in die Pleite, musste ihn verkaufen. Danach machte er sich, 60jährig und voll Elan, an den Park in Branitz. Ein Gesamtkunstwerk aus Architektur und Natur, vom Fürsten kunstvollst gebändigt.

Heute lustwandelt man durch sein grünes Erbe, 110 Hektar herrlich gestaltete Wald-, Wiesen- und Parkflächen mit majestätischen Bäumen, mittendrin zwei Pyramiden. In der spektakulären See-Pyramide, dem Tumulus, sind der Fürst und seine Gattin Lucie bestattet. Ein kunstvoller „Pleasureground“ umrahmt das barocke Schloss. Das ist ebenfalls eine Besichtigung wert. Die Räume mit Mobiliar aus der Zeit sind kostbar bis originell möbliert, die Bibliothek wirkt so, als käme Pückler gleich um die Ecke.

Derzeit ist eine Sonder-Ausstellung (bis 31.10.) zu bewundern, die sich dem eintägigen Besuch von Preußen-Königin Augusta am 25. Juli 1864 in Branitz widmet. Pücklers Vermächtnis in Branitz ist ein Kleinod, in dem man einen wunderbaren Tag ganz ‚sans souci‘ verbringen kann.

www.pueckler-museum.de

 

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