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Im Juni unter Glas – Gewächshauskalender

Geschrieben von Hansjörg Haas am in Gewächshaus

Im Juni haben wir mit den längsten Tagen und dem Höchststand der Sonne im Gewächshaus oft sehr hohe Temperaturen. Über die Möglichkeiten des Schattierens und die Regeln des Lüftens wurde im Mai schon gesprochen.

Doch was können Sie zusätzlich noch tun, um die Temperaturen zu senken und Ihre Pflanzen gesund und stressfrei zu halten?

Befeuchten Sie bei Hitze den Mittelgang. Durch die Verdunstung des Wassers werden die Temperaturen leicht gesenkt. Sollten Sie eine Giebelwand nach Süden haben, die keine Außenschattierung besitzt, können Sie diese vorübergehend abhängen. Klammern Sie zwei alte Leintücher an den Dachrändern fest und lassen diese herunterhängen. Wird die Schattierung nicht benötigt, raffen Sie sie zur Dachschräge hin seitlich auf und klammern sie dort fest. Dieser „Vorhang“ ist schnell auf- und wieder abgebaut. Er wird in der Regel nur für kurze Zeiten benötigt und kann durchaus reizvoll aussehen. Vor allem, wenn Sie auf Plastikklammern verzichten und übergroße Holzwäscheklammern verwenden, die Sie in guten Bastelgeschäften erhalten.

Vermeiden Sie es, Ihre Pflanzen über die Blätter zu gießen, diese sollten trocken bleiben. Eine Mulchschicht aus Stroh hält den Boden länger feucht. Topfpflanzen trocknen sehr unterschiedlich schnell aus. Kontrollieren Sie Ihre Töpfe vor jedem Gießgang, ob Sie noch feucht sind. Meist sind es immer dieselben Pflanzen, die schneller austrocknen.

Gegen Läuse oder Weiße Fliegen können Sie mit biologischen Mitteln, die keine Wartezeiten nach der Anwendung besitzen, gute Erfolge erzielen. Spritzen Sie dabei früh morgens, dann können Weiße Fliegen nicht so schnell entwischen, da sie in der Kühle noch träge sind.

Entfernen Sie bei Tomaten regelmäßig die Seitentriebe und leiten den Haupttrieb an einer Schnur nach oben. Braune oder vergilbte Blätter und Verblühtes bei Zierpflanzen entfernen Sie. Andere Gemüsearten, wie Paprika, Melonen oder Auberginen, stützen Sie ebenfalls, überzählige Seitentriebe können Sie auch hier entfernen. Bedenken Sie, dass eine dichte Blattmasse immer länger feucht bleibt, als eine lockere.

Der Juni ist auch eine gute Zeit, um Stecklinge Ihrer Lieblinge zu nehmen. Schneiden Sie dazu grüne bis halbverholzte Triebe mit zwei Knospenpaaren. Die Blätter der unteren Knospen entfernen Sie, oben bleibt eines stehen. Saubere Schnitte mit dem Messer fördern die Wurzelbildung, ebenso das Eintauchen in Wurzelhormonpuder. Reichern Sie düngerfreie Aussaaterde mit scharfem Sand (kein Schwemmsand aus dem Sandkasten) an und stecken Sie die Stecklinge bis kurz unter die oberste Knospe. Stellen Sie die Töpfe nicht an ein Südfenster, sie würden dort verbrennen. Gießen Sie vorsichtig an und decken Sie sie zum Schluss mit einer Glasglocke oder eine durchsichtigen Folie ab. Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit und lüften in der Nacht. Nach vier bis sechs Wochen haben die meisten Arten Wurzeln gebildet und können vorsichtig umgetopft werden.

Zweijährige Pflanzen, wie Fingerhut, Königskerze, Bartnelke, Veilchen oder Vergissmeinnicht, können Sie Ende des Monats aussäen. Nach vier bis acht Wochen vereinzeln Sie die Pflanzen in Töpfchen.

Ein Gartentagebuch über Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutzanwendungen, Düngung, Aussaaten oder zu dicht gesetzte Pflanzen ist Ihnen im nächsten Jahr eine wertvolle Hilfe Fehler zu vermeiden und Erfolge zu wiederholen.

 

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Hansjörg Haas

Hansjörg Haas

Herrenmühle Bleichheim. Der Verfasser zahlreicher Praxisratgeber studierte Gartenbau an der TU München-Weihenstephan. 2010 legte er den Garten der historischen Herrenmühle in Bleichheim an. www.herrenmuehle-bleichheim.de