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Im Mai unter Glas – Gewächshauskalender

Geschrieben von Hansjörg Haas am in Blog, Gastbeiträge, Gewächshaus

Der Mai ist der Monat des starken Wachstums  – vorausgesetzt, Temperatur, Wasserverhältnisse und Nährstoffvorrat sind optimal vorhanden. Gerade Anfang des Monats sollten Sie auf kühle Nächte achten, es kann immer noch Bodenfrost geben.

Die nun langen Tage können das Gewächshaus sehr stark aufheizen. Bei Temperaturen über 30° gehen Ihre Pflanzen in eine Art Kauerstellung, um Stress zu vermeiden. Das Wachstum wird dadurch eingeschränkt. Deshalb heißt es Lüften, so viel wie möglich. Gleichzeitig geöffnete Seiten- und Dachfenster erlauben einen guten Durchzug. Eine Innenschattierung senkt die Temperatur ein Stück weit, aber die heizenden Strahlen kommen nach wie vor durch die Fenster. Eine Außenschattierung leistet Ihnen hier wertvollere Dienste, denn das Glas wird mit schattiert. Sie lässt sich je nach Bedarf zeitsparend und effizient einsetzen. Ein oft vergessener Nebeneffekt ist, dass Sie bei drohendem Hagelschlag damit Ihr Gewächshaus schützen können.

Lüften Sie auch an trüben Tagen, damit die Luft ausgetauscht wird und Feuchtigkeit entweichen kann.

Nun ist die ideale Zeit Wärme liebende Sommergemüse zu pflanzen. Von Aubergine, Paprika, Honigmelone, Gurke bis zur Tomate, ist das Gewächshaus ein idealer Ort für eine erfolgreiche Ernte. Wo möglich, probieren Sie veredelte Sorten aus, diese sind oft robuster und ertragreicher. Reichern Sie den Boden mit reifem Kompost an und versuchen Sie die Standorte der einzelnen Arten von Jahr zu Jahr zu tauschen. Tomaten ziehen Sie mit nur einem Trieb nach oben, am besten an einer Schnur. Bei Gurken und Honigmelonen entspitzen Sie den Haupttrieb und führen ein oder zwei Seitentriebe nach oben, diese tragen reichlicher weibliche Blüten.

Wählen sie ausreichende Pflanzabstände, damit die Pflanzen besser durchlüftet werden. In den Zwischenräumen können Sie den Sommer über Stecklinge ziehen, die keine volle Sonne vertragen. Gießen Sie möglichst nicht auf die Blätter, sondern nur auf den Boden.

Die meisten Kübelpflanzen sind ausgeräumt. Beim Ausräumen achten Sie darauf, diese erst einmal halbschattig zu stellen bis sich die Blätter an die intensivere Strahlung gewöhnt haben. In der Hauptwachstumszeit sollten Sie regelmäßig düngen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der April-Ausgabe.

Oft irren Insekten im Gewächshaus umher, die keinen Ausgang mehr finden. Da sie immer zum Punkt des stärksten Lichts fliegen, lassen Sie auf der Westseite abends die Tür oder das Fenster offen. Einzelne Hummeln oder Bienen lassen sich zwischendurch mit einem Teichkäscher einfangen und ins Freie bringen.

Das Frühbeet eignet sich immer noch, um niedere Gemüse oder Kräuter anzupflanzen. Wärme liebende Kräuter, wie Basilikum oder Dill, können so nachts besser vor Kälte geschützt werden. Die Anzucht von Salat ist im Frühbeet ebenfalls vorteilhaft, da er dort weniger von Schnecken aufgesucht wird. (siehe April). Radieschen oder Rukola lassen sich ebenfalls immer noch ertragsbringend aussäen. Achten Sie auf eine gute Lüftung, das geschlossene Frühbeet heizt sich schon morgens schnell und stark auf.

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Hansjörg Haas

Hansjörg Haas

Herrenmühle Bleichheim. Der Verfasser zahlreicher Praxisratgeber studierte Gartenbau an der TU München-Weihenstephan. 2010 legte er den Garten der historischen Herrenmühle in Bleichheim an. www.herrenmuehle-bleichheim.de