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Parkomania: Liebermann-Garten Berlin

Geschrieben von Christa Hasselhorst am in Blog, Gastbeiträge, Parkomania - Parks & Gärten

Was für Frankreich Giverny ist – der Garten des Malers Claude Monet in der Normandie – das ist für die Deutschen das Paradies von Max Liebermann in Berlin. Denn wie für Monet war auch für Lieberman der eigene Garten wunderbare Vorlage und Inspiration für hinreißende Gemälde. Mit 62 Jahren legte sich Lieberman 1909 diesen Sommersitz in der damals – und heute – vornehmen Villenkolonie Alsen zu, direkt am Wannsee. Für die Gartengestaltung zog er als Ratgeber den Garten-Reformer und Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, hinzu. Bis kurz vor Liebermanns Tod 1935 verbrachte die Familie die Sommermonate dort. Gegen Kriegsende wurde das zwangsenteignete Haus Lazarett, des Künstlers Atelier ein Operationssaal. Nach weiterer wechselvoller Geschichte wurde das vernachlässigte Juwel dank privatem Engagement tatkräftiger Bürger der langen Nutzung eines Taucher-Clubs (!) entwunden, mit Spenden finanziert und über Jahre hinweg originalgetreu rekonstruiert.

Seit 2006 sind Haus und Garten geöffnet, ab 2014 waren auch die Heckengärten komplett. Seitdem versprüht  das Künstlerparadies wieder seinen alten und doch so frischen Zauber. Ein märchenhaftes Happy-End für einen ebensolchen Garten.

Die stattliche Villa halbiert das 7 000 Quadratmeter große Terrain. Zur Straße hin erstreckt sich der opulente Blumen- und Gemüsegarten, in dem wieder Stangenbohnen, dicke violette Kohlköpfe, knallrote Dahlien und kunterbunte Sommerstauden erfreuen. Eine Linden-Hochhecke beschließt diesen Teil.

 

Auf der anderen Seite des Hauses, zum Wannsee hin, verlockt rechts der von Birken gesäumte Weg, am Ufer gleiten sommers lautlos die Segelboote vorbei. Links liegen die drei geometrischen Hecken-Kabinette, „grüne Kammern“ aus Hainbuchen mit Linden-Karree und Rosengarten und reizvollen Durchblicken.

 

Vor der großen Terrasse, wo man heute Kaffee und Kuchen genießt, erstreckt sich eine lange Rabatte, wie einst meist mit roten Geranien bepflanzt. Ein farbfroher Kontrast zur sich danach erstreckenden Rasenfläche und den weiß schimmernden Rinden der Birken.

 

In der Villa selbst sind zahlreiche Dauer-Leihgaben des Malers zu bewundern. Einige Bilder konnte die Max-Liebermann-Gesellschaft auch erwerben, neuerdings ein prachtvolles Bild vom Nutzgarten von 1919. 80 000 Besucher strömen jährlich in diese Oase, um ein wiedererblühtes lebendiges Stück deutscher Kunst und Geschichte zu goutieren. Einer meiner Favoriten im grünen Berlin, mit Wannsee-Blick!

www.liebermann-villa.de

Webcam Liebermann Garten

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Christa Hasselhorst

Christa Hasselhorst

Kulturjournalistin & Parkomanin. Mit ihrem Umzug im Jahr 2000 nach Potsdam wurde die Kulturjournalistin zur passionierten 'Parkomanin'. Seitdem reist sie durch Parks und Gärten in Europa, porträtiert Menschen und Pflanzen für Magazine und im Herbst 2015 erschien ihr 14. Gartenbuch "Faszination Grüne Gärten". www.gärtnerinausliebe.de