Home   |   ALITEX Österreich   |   ALITEX UK   |   ALITEX USA
Logo

Trockenheitshelden

Geschrieben von Jens Tippel am in Uncategorized

Terrasse Bestimmt wird es gerade regnen, während Sie diese Kolumne lesen, aber Sie können sich sicherlich noch an die heißen Tage erinnern. Haben Sie verschiedene Gartenbereiche vor Ihrem Auge, die traurig, wenn nicht sogar jämmerlich aussahen?

Damit sich diese Bereiche zukünftig in Grenzen halten, werden wir uns mit Trockenheit- und hitzeresistenten Pflanzen beschäftigen. Für sonnige Gartenpartien drängen sich dabei Lavendel & Co auf, die dazu noch den Vorteil haben, dass man sich mediterranen Duft in den Garten holen kann. So werden zwecks Steigerung des abendlichen Urlaubsgefühls auf der Terrasse die ohnehin für empfindliche Nasen fragwürdigen Duftkerzen überflüssig.

Meistens sehen diese Pflanzungen im ersten Jahr noch recht proper aus, doch nach einem längeren Winter ist es dann mit der Pracht und Herrlichkeit vorbei. Zu beobachten sind Lücken in den Thymianteppichen, der Salbei ist herunter gefroren, dafür ist der Lavendel inzwischen einen halben Meter hoch empor geschossen, einige kümmerliche Blätter an seinen Triebspitzen verbleibend. Beim Rosmarin hingegen kommen am wenigsten Diskussionen darüber auf, was mit ihm geschehen solle, denn der verändert seine Blattfarbe in aller Regelmäßigkeit von tiefgrün zu braun, ein untrügliches Zeichen dafür, dass er zum Kompost getragen werden möchte. Gärtnerfrust statt –lust.

Dafür wird immer wieder der so lange und kalte Winter verantwortlich gemacht, jedoch liegen die Ursachen sprichwörtlich tiefer, denn es ist der Boden, der zu einem großen Teil für die Ausfälle verantwortlich zu machen ist. Zu hohe Wasserspeicherkapazität und die damit verbundene Staunässe sind die eigentlichen Todfeinde aller mediterranen Pflanzen. Was im Sommer nützlich ist, kann im Winterhalbjahr das Todesurteil für diese Pflanzen sein. Haben wir es mit einem lehmhaltigen Boden zu tun, der viel Wasser aufnehmen und speichern kann, führt gerade dies zu Problemen, denn die Pflanzen verfrieren nicht, sie ertrinken in der zu stark und vor allen Dingen zu lange wassergesättigten Erde. Verhindern lässt sich dies nur, wenn von vornherein der Boden für diese Pflanzen entsprechend vorbereitet wird. Das bedeutet nicht den kompletten Bodenaustausch bis in einen halben Meter Tiefe, sondern ein großzügiges Einbringen und Einarbeiten von Kies, Sand und einer geringen Menge Kompost.

Der Boden ist dann gut vorbereitet, wenn man mit dem Arm bis zum Ellbogen hineinkommt, ohne ein Werkzeug dafür zu benutzen“, so ein Zitat einer erfahrenen alten Gartenlady. Nehmen Sie dies bitte nicht zu wörtlich, entscheidend ist die Aussage, das Ziel welches dahinter steckt. Ist das Beet dementsprechend bereitet, steht dem Pflanzen von den mediterranen Gewächsen nichts mehr im Wege. Von einer kleinen Olivenplantage sollten Sie dennoch Abstand nehmen, auch einige Thymianarten sind frostempfindlicher als andere. Hier gilt es auszusortieren.

Eine Besonderheit bei der Verwendung spielt der Lavendel, auf den wir zum Schluß noch einmal kurz eingehen möchten, da er ja sozusagen das Sinnbild für das südliche Urlaubsgefühl ist. Achten Sie beim Kauf auf vegetativ vermehrte Sorten, oder kaufen besser gleich blühende Pflanzen, damit Sie die Einheitlichkeit der Blütenfarbe vergleichen können. Es werden oft auch generativ, also über Absaaten vermehrte Pflanzen angeboten, die sich in Ihrer Blütenfarbe und in ihrem Wuchs unterscheiden können. Den Wuchs beeinflussen Sie durch den Schnitt, über den ganz verschiedene Meinungen kursieren. Nach unserer Erfahrung ist ein zweimaliger Schnitt zu empfehlen, wobei der erste Schnitt direkt nach der Blüte durchgeführt wird, bei dem der Strauch bis auf die Hälfte des diesjährigen Austriebes zurückgenommen wird. Gegen Ende des Winters wird dann ein erneuter Sauberkeitsschnitt vorgenommen, bei dem nach wie vor ein kleiner Teil des dann letztjährigen Triebes erhalten werden sollte. Dieser zweite Schnitt soll der Pflanze die halbkugelige Form geben, bei der jeder Trieb genügend Licht und Luft zum Wachsen bekommt. So gepflegt bauen sich nach und nach die Sträucher zu kompakt und dicht wachsenden Pflanzen auf, die jahrelang einen heißen und trockenen Gartenbereich mitbestimmen können.

Als Partner zu kräftigen Strauchrosen, in Verbindung zu großen Gräsern, als Solitäre innerhalb eines Thymianteppiches, es gibt so viele Möglichkeiten. Spielen Sie!

Tags:, ,

Jens Tippel

Jens Tippel

Der Gartenplaner. Schon zu Beginn seiner gärtnerischen Laufbahn war der Wunsch ausgeprägt, schöne und einzigartige Orte zu schaffen – ein Lebensmotto. www.jens-tippel.de