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Im November unter Glas – Gewächshauskalender

Geschrieben von Hansjörg Haas am in Blog, Gastbeiträge, Gewächshaus

Im November werden die Tage merklich kürzer und tiefere Temperaturen mit Nachtfrösten sind keine Seltenheit. Für viele Kübelpflanzen und Wintergemüse reichen Temperaturen von 1° Celsius in der Nacht und 5°Celsius am Tag.

Bei Sonnenschein kann es durchaus wärmer werden. Zu viel Wärme ist aber im Spätherbst und Winter nicht erwünscht, da die Pflanzen sonst zu früh wieder Wachstumsimpulse erhalten. Lüften sie daher gegebenenfalls.

Um im Gewächshaus Heizkosten zu sparen, kann es sinnvoll sein, die Glasflächen mit Noppenfolie zu isolieren. Innen angebracht leidet die Ästhetik weniger als bei einer Außenisolierung. Die Türen sollten auf jeden Fall frei bleiben, damit Sie nach wie vor effizient lüften können. Bei Gewächshäusern mit einem steileren Dachwinkel ergibt sich schon eine Einsparung, wenn Sie die obere Giebelhälfte mit einer Folie abhängen. Dadurch bleibt die Wärme unten und Sie haben nur ein geringeres Volumen zu heizen. Im Fachhandel erhalten Sie Klammern aus Aluminium, die Ihnen das Anbringen an den längs laufenden Stegen erleichtern.

Achten Sie an warmen Tagen weiterhin auf einen guten Luftaustausch. Schließen Sie die Öffnungen aber so, dass am Nachmittag noch etwas Restwärme im Haus verbleiben kann.

Kontrollieren Sie bei Laubfall weiterhin die Dachrinnen.

Spätestens jetzt sollten Sie auch unempfindliche Kübelpflanzen einräumen.. Beachten Sie, dass die jetzt noch vorhandenen Blütenstände bei Oleander im nächsten Jahr weiter wachsen und blühen. Lassen Sie diese deshalb stehen.
Hygiene ist nun sehr wichtig, entfernen Sie deshalb regelmäßig trockenes oder vergilbtes Laub. Gießen Sie moderat und kontrollieren vorher die Bodenfeuchtigkeit. Bleiben in dieser Jahreszeit zu nasse Topfballen lange nass, sind Wurzelschäden oft die Folge, vor allem bei Zitruspflanzen.

Radicchio, Zuckerhutsalat, Kohlarten und Lauch können Sie im Freiland mit Wurzeln ausgraben und im Gewächshaus einschlagen. Es entstehen keine Frostschäden und Sie ernten nach Bedarf. Entfernen Sie vorher alle kranken oder überflüssigen Blätter.

Mit regelmäßigem Lüften an trockenen Tagen vermeiden Sie Fäulnis. Beim Lüften können immer wieder Mäuse ins Gewächshaus gelangen, die dort ausreichend Nahrung und angenehme Wärme finden. Haushaltsübliche Fallen geben hier Abhilfe, das beste Lockmittel ist ein Nougatbrotaufstrich. Bevorzugen Sie Lebendfallen, so finden Sie diese im Fachhandel. Bringen Sie aber die Tiere weit genug weg, sonst sind sie in der nächsten Woche wieder da.

Ausgesäter Spinat oder Feldsalat sollte bereits gut entwickelt sein. Ernten Sie die größten Pflanzen zwischen den kleineren, so entwickeln sich diese besser weiter. Um Schnittlauch anzutreiben können Sie einzelne Stücke aus dem Freiland ausstechen und topfen. Lassen Sie ihn aber draußen stehen, bis eine Frostperiode die Pflanzen austriebswillig gemacht hat. Dann können Sie Topf für Topf antreiben.

Im Frühbeet: erntereife Salate sollten Sie tagsüber lüften und nachts die Fenster verschließen. Auch hier können Sie Wintergemüse einschlagen, sollten aber darauf achten, dass keine starke Erwärmung an sonnigen Tagen erfolgt. Wurzelgemüse lässt sich im Frühbeet, in Sand eingeschlagen, ebenfalls gut lagern. Verwenden Sie dafür immer gesunde Wurzeln und Knollen.
Auch winterharte Stauden oder andere Pflanzen in Töpfen lassen sich im Frühbeet überwintern. Decken Sie in allen Fällen die Fenster dabei mit einem dicken Vlies ab. Einmal zur Schattierung und zum anderen als zusätzlichen Frostschutz.

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Hansjörg Haas

Hansjörg Haas

Herrenmühle Bleichheim. Der Verfasser zahlreicher Praxisratgeber studierte Gartenbau an der TU München-Weihenstephan. 2010 legte er den Garten der historischen Herrenmühle in Bleichheim an. www.herrenmuehle-bleichheim.de