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Parkomania: Coolcarrigan Garden, Irland

Geschrieben von Christa Hasselhorst am in Blog, Gastbeiträge

In Coolcarrigan Garden haben sich die grünen Gene – oder Daumen – ständig vererbt. In 6. Generation wird er von der gleichen Familie bewohnt und ist heute ein privates Paradies für Dendrologen und alle Menschen, die besondere Bäume und Pflanzen lieben. In dem romantischen Landgut sind auf 7 Hektar Exemplare zu sehen, die es, so Robert Wilson-Wright stolz, nirgends sonst auf der grünen Insel gibt. Eine grüne Schatzkammer, ein 5-Sterne-Arboretum.  Die ersten zwei Mammutbäume kamen 1860, immer mehr Raritäten wurden hinzugefügt.

Als 1972 ein schwerer Sturm große Schäden anrichtete, war das auch positiv: es gab Platz für neue Bäume. Gemeinsam mit dem befreundeten Harold Hillier, einem berühmten britischen Gärtner und Pflanzensammler, pflanzte der Vater vielen neue botanische Exemplare. Nun setzt sein  Sohn, Parkomane und Baum-Freak, das Erbe mit immer ausgefalleneren Exemplaren fort. Eine extravagante grüne Multi-Kulti-Gemeinde: Afghanische Esche, Mexikanische Eiche, Storaxbaum aus Japan, Japanischer Ahorn (Acer shishigashira), die Japanische Linde (Tilia kiusiana) mit der spätesten Blüte und den kleinsten Blättern – die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Für den passionierten Baum-Sammler sind Laubform, Rinde, Herbstfärbung – deshalb 60 Ahorn-Sorten – und Habitus wichtig. Inspiriert durch etliche Himalaya-Reisen, kommen viele Kostbarkeiten wie der Nepal-Goldregen (Piptanthus nepalensis) von dort. Nach jeder Kurve der mäandernden Wege tauchen neue überraschende Sichtachsen auftauchen, manche Solitäre wirken mit originellen Kronen wie Skulpturen. Mittendrin überraschen zwei halbrunde Kabinette mit Marmor-Säulen, gerahmt von hohen Eiben, am Parkrand wurde eine Wildwiese gesät.

Alitex Gewächshaus im Coolcarrigan Garden, Irland

Das elegante Herrenhaus stammt von 1830. Daneben breitet sich ein ruhiges Rasenparterre aus, begleitet von einer klassischen Mixed boarder, überquellend von Sommerblumen. Zwischen Rabatte und Haus erstreckt sich ein langes nostalgisches Gewächshaus, neu, aber originalgetreu im viktorianischen Stil (Alitex). Wer diese Wunderkammer voller seltener Bäume und Pflanzen – 3 000 verschiedene Sorten –  besucht, sollte sich Zeit nehmen. Und auch im Frühling kommen, dann bezaubern nach den Schneeglöckchen-Meeren herrliche Kamelien und Magnolien, Bluebells, Krokusse und Anemonen. Fünf Minuten entfernt steht die idyllische Kirche der Familie, beliebt für Hochzeiten. Beides ist (noch) ein Geheimtipp und jeden Umweg wert.

 

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Christa Hasselhorst

Christa Hasselhorst

Kulturjournalistin & Parkomanin. Mit ihrem Umzug im Jahr 2000 nach Potsdam wurde die Kulturjournalistin zur passionierten 'Parkomanin'. Seitdem reist sie durch Parks und Gärten in Europa, porträtiert Menschen und Pflanzen für Magazine und im Herbst 2015 erschien ihr 14. Gartenbuch "Faszination Grüne Gärten". www.gärtnerinausliebe.de