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Gewächshauskalender

Alitex Gewächshauskalender

 

Der Alitex Gewächshauskalender

Zusammengestellt von Gartenbuchautor Hansjörg Haas
Pflanzenportraits & Anbautipps von Alitex

Wir wünschen viel Spaß & Inspiration beim Gärtnern

 

JANUAR

Im Januar herrscht überwiegend Ruhe im Gewächshaus. Trotzdem sollten Sie regelmäßige Kontrollen durchführen.

Fällt Schnee, wirkt dieser auf dem Dach wie eine Isolierung. In einem ungeheizten Gewächshaus, in dem an sich winterharte Stauden oder Gehölze überwintern, deren Töpfe nicht durchfrieren sollen, kann er liegen bleiben. Wird es jedoch beheizt, weil Kübelpflanzen überwintern oder Spinat, Feldsalat ausgesät beziehungsweise  Zuckerhut und Radicchio eingeschlagen sind, sollten Sie den Schnee entfernen. Denn er mindert den Lichteinfall beträchtlich und auch die Wintersonne erwärmt erstaunlich gut.

Allerdings soll es im Haus auch nicht zu warm werden. Die Pflanzen würden antreiben, dazu ist es jedoch jetzt noch zu früh. Vor allem, wenn Sie im beheizten Haus Ihre Oleander, Lorbeer, Fuchsien und Zitrus bei etwa 8° überwintern. Dann sollten Sie gegen Mittag lüften, damit die Temperatur nicht zu hoch ansteigt. Schließen Sie die Fenster und Türen aber wieder so zeitig, dass die Sonne noch etwa zwei Stunden die Luft erwärmt und eine Reserve für die Nacht entsteht.

Das Lüften sorgt zudem für einen Luftaustausch, so dass übermäßige, stehende Feuchtigkeit verdunsten kann und Pilzbefall vermieden wird. Um diesen, zum Beispiel mit Grauschimmel (Botrytis) aktiv zu vermeiden, entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Blätter oder Triebe von Ihren Pflanzen, den Kübeln und dem Boden.

Trotz des Winters können sich Schädlinge, wie Läuse oder Spinnmilben entwickeln. Bei Läusen an Fuchsien, Schönmalve oder krautigen Pflanzen nutzen Sie Ende Januar die Gelegenheit und schneiden sie zurück. Das Schnittgut entsorgen Sie über den Hausmüll. Ansonsten verwenden Sie ein biologisches Mittel zur Bekämpfung.

Gießen Sie wenig, die Topfballen der Kübel oder die Erde der Gemüsepflanzen sollte immer erst abtrocknen. Gerade bei Zitrus oder glasierten Kübeln oder solchen aus Plastik kann zu viel Nässe zu Fäulnis der Wurzeln führen. Verwenden sie am besten lauwarmes Gießwasser, Regenwasser wird im Keller einige Tage „angewärmt“.

Wenn Sie erste Aussaaten vornehmen wollen, empfiehlt sich eine Wärmeplatte mit einer Temperaturregulierung. Denn die meisten Samen wünschen zur Keimung eine Temperatur zwischen 18° und 24° Celsius.


FEBRUAR

Im Februar kann sich das Gewächshaus bei Sonnenschein schon stark erwärmen. Um große Temperaturschwankungen zu vermeiden, sollten Sie ausreichend lüften. Dabei bevorzugen Sie die Mittagszeit und schließen rechtzeitig wieder. So kann die Nachmittagssonne noch einige Wärmereserven liefern.

Steigen die Temperaturen regelmäßig über 15° Celsius, steigt auch der Pilzdruck und Schädlinge beginnen sich zu vermehren. Halten Sie weiter hin die Hygiene im Haus hoch.

Im beheizten Haus beginnen Kübelpflanzen anzutreiben. Jetzt ist die geeignete Zeit für einen Rückschnitt. Bedenken Sie dabei, dass alle sommerblühenden Pflanzen an ihren diesjährigen Trieben blühen. Ein starker Rückschnitt bewirkt einen kräftigen Neuaustrieb und damit eine lange sowie reiche Blüte. Geranien (Pelargonien) benötigen eine trockene Luft. Bei hoher Luftfeuchtigkeit setzt ihnen Grauschimmel zu. Werden sie zu früh geschnitten, kann sich dieser auch an den Schnittstellen einnisten und ganze Triebe sterben ab. Topfballen trocknen nun schneller aus. Achten Sie trotzdem darauf, nicht zu übermäßig zu gießen. Während bewölkten Perioden können diese auch jetzt noch nicht zügig abtrocknen. Gießen Sie nicht mit der Brause über die Pflanzen, sondern nur direkt in den Topf. Feuchte Blätter bieten eine Angriffsfläche für Pilze.

Wollen Sie Gemüse pflanzen, bringen Sie verrotteten Kompost auf und arbeiten ihn mit der Grabegabel ein. Gegen Ende des Monats können Sie Salate und Kohlrabi pflanzen. Für kalte Nächte sollten sie jedoch ein Gemüsevlies zur Abdeckung bereithalten.

Mit zunehmender Tageslänge und Temperatur beginnt auch die Zeit der Aussaaten: Erste Saaten von Salat, Rettich und Radieschen sind möglich. Aber auch Rukola, Kresse, Spinat oder Petersilie können Sie nun säen. Ab der zweiten Monatshälfte bringen Sie auch die Samen vieler Sommerblumen und Stauden in Ihre Aussaatkistchen. Achten Sie dabei auf die Angaben der Hersteller zum idealen Zeitpunkt und vor allem der idealen Keimtemperatur. Die Temperatur des Bodens sollte dabei gleichmäßig sein (siehe Januar). Um ein zu schnelles Abtrocknen zu verhindern decken Sie die Aussaatkisten mit einer Folie oder einer Haube ab. Bedenken Sie, dass es auf der Südseite des Gewächshauses  sehr heiß werden kann und stellen die Kisten nicht direkt an die Scheibe.

 

Sie mögen Chilis? Dann nutzen Sie den Februar dazu, sie auszusäen. Anders als im Wohnzimmer ist es im Gewächshaus hell genug. Damit es auch warm genug ist, müssen Sie nicht gleich das ganze Alitex beheizen. Der Trick: Stellen Sie ein kleines Gewächshaus ins Gewächshaus. Eine kleine Aufzuchtstation mit beheizbarer Bodenplatte lässt sich genau auf jene mollig warme Temperatur von rund 22 °C einstellen, die Chilis zum Keimen brauchen. Die Samen werden rund 0,5 cm tief in Aussaaterde gelegt und leicht feucht gehalten. Am besten verwenden Sie dazu einen Zerstäuber. Nach ein bis zwei Wochen zeigen sich meist die ersten Keimlinge.

Sortentipps: Besonders mild und ideal für Einsteiger ist die Sorte ‘Lombardo’ (Schärfegrad 0-1 von 10).  ‘Bolivian Rainbow’ verbindet Schärfe (Grad 7) mit Ästhetik: Seine purpurfarbenen Blätter und die Früchte, die von lila über orange bis rot abreifen, sind so dekorativ, dass sich der Anbau auch als Zierpflanze lohnt. Aus der scharfen ‘Tabasco’ (Grad 8-9) können Sie nicht nur die bekannte Sauce herstellen. Sie ist eine der wenigen Chili-Sorten, bei der sich das Überwintern lohnt.

 

Damit Frühbeete ihrem Namen alle Ehre machen, werden sie schon im Februar für erste Aussaaten vorbereitet. Für die nötigen Temperaturen sorgen Sie mit einer natürlichen Fußbodenheizung, die durch Verrotten von Mist oder Kompost Wärme frei setzt. So können Sie schon ab Mitte des Monats erste Radieschen, frühe Salate oder Kresse säen.

Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, heben Sie die Erde rund 50 cm tief aus und geben eine Schicht (ca. 20 cm) Laub oder Stroh hinein. Darauf kommen frische Pferdeäpfel. Die Mistschicht sollte rund 30-40 cm hoch sein und wird mit Gummistiefeln gut festgetreten. Wenn die Mistpackung kompakt und verdichtet ist, decken Sie alles mit etwas Laub und oben mit mindestens 20 cm feinkrümeliger Erde ab. Warten Sie bis zum Säen noch eine gute Woche bis sich die Erde erwärmt hat und lüften Sie das Frühbeet vorher kurz, damit das anfangs entstehende Ammoniakgas entweichen kann.

Wenn Sie keinen Pferdemist bekommen oder ungern damit hantieren, können Sie den Boden auch auf andere Weise erwärmen: Statt Mist füllen Sie auf das Laub eine rund 40 cm hohe Mischung aus zerkleinerten Gartenabfällen und Gemüseresten aus der Küche. Damit die Verrottung etwas schneller geht, kommt noch etwas Hornmehl dazu. Auch diese Schicht wird mit Laub und Erde abgedeckt. Diese Kompostpackung erwärmt sich langsamer und nicht so stark wie das klassische Mistbeet, dafür fallen die Zutaten ohnehin in Garten und Küche an oder können einfach aus der Kompostmiete genommen werden.


MÄRZ

Im März sind die Tage schon deutlich länger und bringen erheblich mehr Wärme und Licht in Ihr Gewächshaus. Gerade jetzt wird erkennbar, warum man im deutschen oft von „Treibhaus“ spricht. Mit einer automatischen Lüftungsanlage der Giebelfenster vermeiden Sie eine Überhitzung.

Das hohe Lichtangebot gelangt aber nur zu Ihren Pflanzen, wenn die Scheiben sauber sind. Jedes Prozent Verschmutzung vermindert die Zuwachsleistung beziehungsweise führt zu erhöhtem Längenwachstum. Bevor Sie die Beete bepflanzen oder Ihre Sämlinge in Töpfchen pikieren, sollten Sie überlegen, die Scheiben zu reinigen. Suchen Sie einen warmen Tag aus und räumen Ihre Pflanzen aus. Für die Außenflächen gibt es spezielle Bürsten mit Stiel, die Sie mit dem Wasserschlauch verbinden. Während Sie bürsten, fließt immer Wasser hindurch. Dieses arbeitssparende System ist jedoch für den Innenbereich nicht geeignet. Sie würden übermäßige Wassermengen in das Gewächshaus, vielleicht auch noch Spülmittel, einbringen. Hier sollten Sie von Hand reinigen, was, zugegeben etwas aufwändig ist. Jedoch: Ihre Pflanzen lohnen es Ihnen!

Kontrollieren Sie dabei auch die Regenrinne und deren Ablauf. Bei Bedarf geben Sie auf die Scharniere und Verschlüsse der Türen und Fenster einen Tropfen Öl. Dass Sie dabei auch gleich die Bestände, die sich wundersamer Weise immer unter dem Tisch ansammeln, sortieren, braucht sicher nicht erwähnt zu werden.

Haben sie Ihre Kübelpflanzen für das Reinigen ausgeräumt, können Sie auch gleich kontrollieren, ob Sie welche umtopfen sollten. Bei Pflanzen, deren Topf nicht größer werden soll, stechen Sie mit einem scharfen Spaten Teile des Ballens ab und ergänzen mit frischer Erde. Ansonsten wählen sie einen leicht größeren Topf. Achten Sie immer darauf, das Abzugsloch am Boden mit einigen Tonscherben durchlässig zu halten.

In den Beeten beginnen Ihre Stauden anzutreiben. Jetzt ist eine gute Zeit, einzelne Stücke abzustechen und einzutopfen. Im Gewächshaus wurzeln diese schneller und ergeben bis in zwei Monaten vollwertige Pflanzen.

Beginnen Sie Sämlinge aus den Aussaatkisten zu pikieren. Gießen Sie diese vorsichtig an. Achten Sie darauf, dass die Töpfe, bis sie durchwurzelt sind, nicht vernässen. Auch weitere Aussaaten sind jetzt möglich, vorausgesetzt, dass die Temperaturen nicht zu tief absinken.

Topfpflanzen, die an sich winterhart, im Gewächshaus überwintert haben, sollten Sie in warmen Regionen jetzt ausräumen. Stellen Sie sie geschützt und halbschattig auf, damit sie sich akklimatisieren können. In kühleren Regionen warten Sie damit noch – das Gewächshaus sollte dann aber auch nicht zu warm gehalten werden.

 

Bei einem mit Mist oder Kompost bepackten Frühbeet kommt die Verrottung mit den ersten Frühlingstagen in Gang. Dadurch kann sich die Erde etwas absenken. Füllen Sie bei Bedarf etwas Substrat nach.

Auch im unbeheizten Frühbeet sind jetzt Aussaaten von Salat, Radieschen, Kohlrabi, Lauch, Brokkoli und Kohl möglich. Bei Kohl lohnt es sich, seltene und zugleich dekorative Sorten wie ‘Flower Sprouts’ (eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl) oder Grünkohl wie ‘Toskanischer  Palmkohl’ anzubauen. Anders als beim Kopfkohl werden die Röschen bzw. Blätter nicht auf einmal, sondern nach Bedarf geerntet. Gleiches gilt für Asia-Salate wie ‘Oriental Mix’ oder Schnittsalate wie ‘Mesclun’. Sie sind dekorativ, werden Blatt für Blatt geerntet und sind damit ideal für den Anbau im eigenen Garten.

Da die meisten Gemüsesorten später verpflanzt werden, ist es praktischer die Samen in Multitopfplatten zu säen und diese in die Frühbeeterde einzusenken: So bekommen die Sämlinge auch im Wurzelraum genug Wärme. Sobald sie zu Setzlingen herangewachsen sind, lassen sich die Platten leicht entnehmen und machen im Frühbeet Platz für die nächsten Aussaaten oder für Wärme liebende Pflanzen.


APRIL

Der April kann eine weite Brandbreite von Temperaturen bereithalten. Einerseits entspricht die Tageslänge der zweiten Augusthälfte, was oft vergessen wird. Zum anderen sind Frostnächte keine Seltenheit.

Passen Sie das Lüften und Gießen den Außenbedingungen an. Vermeiden Sie es, Ihre Pflanzen in kalten oder bedeckten Perioden übermäßig zu gießen. An kalten Tagen sollten Sie die gesamten Türen und Seitenlüftungen kurz öffnen, damit die Luft schnell ausgetauscht wird, es aber nicht vollständig auskühlt.

Halten Sie Vlies bereit, um Ihre empfindlichen Pflanzen in Frostnächten zusätzlich abdecken zu können. Wird normales Gemüsevlies doppelt gelegt, ist die Isolierung besser.

An warmen sonnigen Tagen sollten Sie, sofern eine Schattierung vorhanden ist, über die Mittagsstunden schattieren.

Mit einsetzendem Wachstum wird auch das Düngen wichtiger. Topfpflanzen düngen sie am besten mineralisch. Verwenden Sie hierzu Volldünger, die Sie in der Gießkanne auflösen und bei warmem Wetter wöchentlich verwenden. Länger halten Vorratsdünger an. Diese sollten Sie jedoch nicht nur auf die Erde bringen, sondern etwas einarbeiten. Kübelpflanzen, die noch keine neue Blattmasse entwickelt haben, sollten Sie aber zurückhaltend gießen und düngen.

Die ersten Salate und Radieschen sind erntereif. Achten Sie darauf, dass Ihnen Schnecken die Ernte nicht streitig machen. Im Hausgarten können Sie umweltverträgliches Schneckenkorn auf der Basis von Eisen-Phosphor-Verbindungen verwenden. Streuen Sie es immer breitwürfig aus.

Ende des Monats können in warmen Lagen oder in einem beheizten Gewächshaus bereits Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen pflanzen. Achten sie auf ausreichende Abstände. Zu eng stehende Pflanzen sind pilzanfälliger. Reichern Sie vor der Pflanzung den Boden mit Kompost an und düngen ansonsten mit organischen Düngern. Denn diese Sommergemüse, mit ihrem starken Wachstum, haben einen hohen Nährstoffbedarf.

Anspruchsvolle, Wärme liebende Kräuter können ab Mitte des Monats im Gewächshaus oder Frühbeet gesät werden

 

Im Frühbeet steigt und fällt die Temperatur schneller als im Gewächshaus. Achten Sie daher dort besonders auf lüften und Frostschutz. Erste Ernten schaffen Platz für neue Aussaaten oder Pflanzungen. Bedenken Sie, dass Sie Pflücksalate schnell und über einen längeren Zeitraum beernten können, ohne dass Sie gleich einen ganzen Salatkopf verarbeiten müssen.

Aussaaten von Salaten, schnell wachsenden Gemüsearten und Sommerblumen sind noch ohne weiteres möglich.

Topfpflanzen können ohne Probleme umgetopft werden, Jungpflanzen ebenso. Haben Sie Ihre Pflanztische mit Blähton „ausgefüttert“, achten Sie darauf, dass Ihre Pflanzen nicht übermäßig in den Blähton wachsen. Nehmen Sie die Töpfe immer wieder hoch und entfernen auswachsende größere Wurzeln. Kleine Würzelchen, die sich im Untergrund verankern, stören nicht, sondern verzögern das Austrocknen der Pflanzen.


MAI

Der Mai ist der Monat des starken Wachstums – vorausgesetzt, Temperatur, Wasserverhältnisse und Nährstoffvorrat sind optimal vorhanden. Gerade Anfang des Monats sollten Sie auf kühle Nächte achten, es kann immer noch Bodenfrost geben.

Die nun langen Tage können das Gewächshaus sehr stark aufheizen. Bei Temperaturen über 30° gehen Ihre Pflanzen in eine Art Kauerstellung, um Stress zu vermeiden. Das Wachstum wird dadurch eingeschränkt. Deshalb heißt es Lüften, so viel wie möglich. Gleichzeitig geöffnete Seiten- und Dachfenster erlauben einen guten Durchzug. Eine Innenschattierung senkt die Temperatur ein Stück weit, aber die heizenden Strahlen kommen nach wie vor durch die Fenster. Eine Außenschattierung leistet Ihnen hier wertvollere Dienste, denn das Glas wird mit schattiert. Sie lässt sich je nach Bedarf zeitsparend und effizient einsetzen. Ein oft vergessener Nebeneffekt ist, dass Sie bei drohendem Hagelschlag damit Ihr Gewächshaus schützen können.

Lüften Sie auch an trüben Tagen, damit die Luft ausgetauscht wird und Feuchtigkeit entweichen kann.

Nun ist die ideale Zeit Wärme liebende Sommergemüse zu pflanzen. Von Aubergine, Paprika, Honigmelone, Gurke bis zur Tomate, ist das Gewächshaus ein idealer Ort für eine erfolgreiche Ernte. Wo möglich, probieren Sie veredelte Sorten aus, diese sind oft robuster und ertragreicher. Reichern Sie den Boden mit reifem Kompost an und versuchen Sie die Standorte der einzelnen Arten von Jahr zu Jahr zu tauschen. Tomaten ziehen Sie mit nur einem Trieb nach oben, am besten an einer Schnur. Bei Gurken und Honigmelonen entspitzen Sie den Haupttrieb und führen ein oder zwei Seitentriebe nach oben, diese tragen reichlicher weibliche Blüten.

Wählen sie ausreichende Pflanzabstände, damit die Pflanzen besser durchlüftet werden. In den Zwischenräumen können Sie den Sommer über Stecklinge ziehen, die keine volle Sonne vertragen. Gießen Sie möglichst nicht auf die Blätter, sondern nur auf den Boden.

Die meisten Kübelpflanzen sind ausgeräumt. Beim Ausräumen achten Sie darauf, diese erst einmal halbschattig zu stellen bis sich die Blätter an die intensivere Strahlung gewöhnt haben. In der Hauptwachstumszeit sollten Sie regelmäßig düngen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der April-Ausgabe.

Oft irren Insekten im Gewächshaus umher, die keinen Ausgang mehr finden. Da sie immer zum Punkt des stärksten Lichts fliegen, lassen Sie auf der Westseite abends die Tür oder das Fenster offen. Einzelne Hummeln oder Bienen lassen sich zwischendurch mit einem Teichkäscher einfangen und ins Freie bringen.

Das Frühbeet eignet sich immer noch, um niedere Gemüse oder Kräuter anzupflanzen. Wärme liebende Kräuter, wie Basilikum oder Dill, können so nachts besser vor Kälte geschützt werden. Die Anzucht von Salat ist im Frühbeet ebenfalls vorteilhaft, da er dort weniger von Schnecken aufgesucht wird. (siehe April). Radieschen oder Rukola lassen sich ebenfalls immer noch ertragsbringend aussäen. Achten Sie auf eine gute Lüftung, das geschlossene Frühbeet heizt sich schon morgens schnell und stark auf.


JUNI

Im Juni haben wir mit den längsten Tagen und dem Höchststand der Sonne im Gewächshaus oft sehr hohe Temperaturen. Über die Möglichkeiten des Schattierens und die Regeln des Lüftens wurde im Mai schon gesprochen.

Doch was können Sie zusätzlich noch tun, um die Temperaturen zu senken und Ihre Pflanzen gesund und stressfrei zu halten?

Befeuchten Sie bei Hitze den Mittelgang. Durch die Verdunstung des Wassers werden die Temperaturen leicht gesenkt. Sollten Sie eine Giebelwand nach Süden haben, die keine Außenschattierung besitzt, können Sie diese vorübergehend abhängen. Klammern Sie zwei alte Leintücher an den Dachrändern fest und lassen diese herunterhängen. Wird die Schattierung nicht benötigt, raffen Sie sie zur Dachschräge hin seitlich auf und klammern sie dort fest. Dieser „Vorhang“ ist schnell auf- und wieder abgebaut. Er wird in der Regel nur für kurze Zeiten benötigt und kann durchaus reizvoll aussehen. Vor allem, wenn Sie auf Plastikklammern verzichten und übergroße Holzwäscheklammern verwenden, die Sie in guten Bastelgeschäften erhalten.

Vermeiden Sie es, Ihre Pflanzen über die Blätter zu gießen, diese sollten trocken bleiben. Eine Mulchschicht aus Stroh hält den Boden länger feucht. Topfpflanzen trocknen sehr unterschiedlich schnell aus. Kontrollieren Sie Ihre Töpfe vor jedem Gießgang, ob Sie noch feucht sind. Meist sind es immer dieselben Pflanzen, die schneller austrocknen.

Gegen Läuse oder Weiße Fliegen können Sie mit biologischen Mitteln, die keine Wartezeiten nach der Anwendung besitzen, gute Erfolge erzielen. Spritzen Sie dabei früh morgens, dann können Weiße Fliegen nicht so schnell entwischen, da sie in der Kühle noch träge sind.

Entfernen Sie bei Tomaten regelmäßig die Seitentriebe und leiten den Haupttrieb an einer Schnur nach oben. Braune oder vergilbte Blätter und Verblühtes bei Zierpflanzen entfernen Sie. Andere Gemüsearten, wie Paprika, Melonen oder Auberginen, stützen Sie ebenfalls, überzählige Seitentriebe können Sie auch hier entfernen. Bedenken Sie, dass eine dichte Blattmasse immer länger feucht bleibt, als eine lockere.

Der Juni ist auch eine gute Zeit, um Stecklinge Ihrer Lieblinge zu nehmen. Schneiden Sie dazu grüne bis halbverholzte Triebe mit zwei Knospenpaaren. Die Blätter der unteren Knospen entfernen Sie, oben bleibt eines stehen. Saubere Schnitte mit dem Messer fördern die Wurzelbildung, ebenso das Eintauchen in Wurzelhormonpuder. Reichern Sie düngerfreie Aussaaterde mit scharfem Sand (kein Schwemmsand aus dem Sandkasten) an und stecken Sie die Stecklinge bis kurz unter die oberste Knospe. Stellen Sie die Töpfe nicht an ein Südfenster, sie würden dort verbrennen. Gießen Sie vorsichtig an und decken Sie sie zum Schluss mit einer Glasglocke oder eine durchsichtigen Folie ab. Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit und lüften in der Nacht. Nach vier bis sechs Wochen haben die meisten Arten Wurzeln gebildet und können vorsichtig umgetopft werden.

Zweijährige Pflanzen, wie Fingerhut, Königskerze, Bartnelke, Veilchen oder Vergissmeinnicht, können Sie Ende des Monats aussäen. Nach vier bis acht Wochen vereinzeln Sie die Pflanzen in Töpfchen.

Ein Gartentagebuch über Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutzanwendungen, Düngung, Aussaaten oder zu dicht gesetzte Pflanzen ist Ihnen im nächsten Jahr eine wertvolle Hilfe Fehler zu vermeiden und Erfolge zu wiederholen.


JULI

Im Juli sind die Tage noch so lang wie im Juni, meist wird es aber heißer. Vorrangiges Ziel in dieser Zeit ist es, die Temperaturen niedrig zu halten. Niedrig heißt hier, möglichst nicht über 30° Celsius – was Gärtnerinnen und Gärtner, zugegeben oft herausfordert (siehe Juni). Von Hand einstellbare Fenster sollten jetzt auch nachts offen bleiben. Die Türen nur dann, wenn keine Tiere ins Haus gelangen können. Durch das nächtliche Abkühlen dauert es länger, bis sich das Haus tagsüber aufheizt. Kommen Sie mit dem Temperaturmanagement nicht klar, kann Ihnen ein handelsüblicher Standventilator gute Dienste leisten. Liegt eine Tür auf der Nordseite, stellen Sie ihn dort idealerweise auf und blasen Luft in das Haus. Ist das nicht der Fall, wirbeln Sie mit ihm Luft im Haus auf, immer in Richtung Dachfenster. So wird kühle Luft bei Windstille nachgesaugt.

Schließen Sie bei Gewittern vorsorglich die Türen und Fenster, in bewölkten Perioden öffnen Sie die Schattierungen.
Gießen Sie am besten morgens, dann sind die kühlen Pflanzen weniger schockiert. Für Oleander sollte immer nur warmes Wasser verwendet werden, sonst bekommt er gelbe Blätter. Vermeiden Sie, über die Pflanzen zu gießen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Düngen Sie regelmäßig, denn jetzt ist die Hauptwachstumszeit (siehe April). Wenn Sie Ihre Gemüsepflanzen organisch düngen, bedenken Sie, dass der Dünger von den Bodenorganismen erst in Mineralstoffe umgewandelt werden muss, was zwei bis drei Wochen dauern kann.

Aussaaten und Stecklinge gedeihen jetzt gut und wurzeln schnell. Stellen Sie diese Töpfe oder Schalen im Sommer auf die Nordseite des Hauses (siehe Juni).

Achten Sie in Ihren Sommergemüsekulturen auf Hygiene. Bei Tomaten entfernen Sie vorsorglich, so wie Sie abernten, die ältesten Blätter und entsorgen sie. Entgeizen Sie regelmäßig. Überlange Pflanzen führen Sie entweder weiter oder, wenn sie um eine Schnur gewickelt wurden, lassen sie ein Stück nach unten absinken. Es kann bis zum Herbst sein, dass zwei Meter des Haupttriebes dann auf dem Boden spiralförmig aufliegen – aber er sollte in dem Bereich keine Blätter oder Seitentriebe mehr besitzen.

Sowohl im Gewächshaus als auch im Frühbeet ist die Zeit der Ernte. Pflücksalate, Rettich und Radieschen können Sie aber immer wieder nach säen, so dass Sie durchgehend ernten können. Anfang bis Mitte des Monats säen Sie Radicchio, Zuckerhut, Chinakohl, Endivie und Eissalat aus. Die Jungpflanzen pflanzen Sie Ende Juli bis Anfang August an Ort und Stelle. Für die ersten Herbsternten ins Freiland, für die spätere Ernte ins Frühbeet oder ins Gewächshaus. Stellen Sie sicher, dass die Pflanzen ausreichend Licht erhalten (z.B. Tomaten im Süden schattieren erheblich), die Erde ausreichend feucht bleibt und die Temperaturen nicht zu hoch werden.

Wenn Sie Ihre leckerste Erdbeersorte selbst vermehren wollen, ist Anfang Juli ein guter Zeitpunkt. Nehmen Sie Jungpflanzen von den Ausläufern im Beet ab. Idealerweise haben sie bereits drei bis vier Blätter und man sieht die sprießenden Würzelchen. Topfen Sie diese in eine durchlässige Pflanzerde ein. Sie dürfen jedoch nicht tiefer gepflanzt werden, als bis zum Wurzelansatz. Das gilt später auch für das Auspflanzen ins Beet. Stellen Sie sie im Gewächshaus an die kühlste Stelle, gießen an und decken sie dann mit einem Vlies ab. Innerhalb von zwei Wochen haben sie komplette Wurzelballen gebildet und können Ende Juli ins Freie gepflanzt werden.


AUGUST

Obwohl die Tage nun merklich kürzer werden, können die Temperaturen noch hoch sein. Hier gelten die bereits benannten Regeln weiter. Allerdings kann der August auch schon kühl und verregnet sein. Dann sollten Sie trotzdem auf eine intensive Durchlüftung achten.

Denn der Monat kann noch zur Hauptwachstumszeit gerechnet werden. Wo viel neues Gewebe in Form von Blättern gebildet wird, setzen auch Krankheiten und Schädlinge an. Oft merkt man es erst, wenn ein Befall explodiert. Kontrollieren Sie daher Ihre Pflanzen regelmäßig. Pflanzenstärkungsmittel verschiedener Art geben ein Stück Robustheit. Gegen Schädlinge stehen biologische Mittel zur Verfügung. Unterschätzt wird der Erfolg beim Einsatz von Nützlingen, die Sie kaufen können. Bei Bedarf lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Schnecken werden im Gewächshaus ebenfalls unterschätzt, dabei fühlen sie sich unter einer Mulchschicht oder unter Töpfen sehr wohl. Auch hier gibt es entsprechende Mittel zur umweltschonenden Bekämpfung.
Stellen Sie die Düngung Ihrer Kübel- und Topfpflanzen gegen Ende des Monats ein. Das Triebwachstum lässt nach und junge Triebe können ausreifen. Einjährige düngen Sie weiterhin. Entfernen Sie weiterhin Verblühtes, um neue Blütenbildung zu fördern.

Ausgesäte zweijährige (siehe Juni) pikieren Sie spätestens jetzt und topfen sie ein. Bis in vier Wochen haben sie den Topf durchwurzelt und können an den endgültigen Standort ausgepflanzt werden. Somit garantieren sie das Einwurzeln noch in diesem Herbst.

Ihre Gemüse liefern nun reichliche Ernte. Informieren Sie sich, wie Sie gegebenenfalls den Überschuss haltbar machen können. Bei Tomaten schneiden Sie Ende des Monats den Haupttrieb ab. So geht mehr Kraft in die verbliebenen Früchte, die bis zum Herbst noch ausreifen. Seitentriebe entfernen Sie weiterhin, ebenso alte Blätter.

Legt sich bei Gurken oder Melonen Mehltau über die älteren Blätter, entfernen Sie diese ebenfalls und entsorgen sie im Restmüll. Notieren Sie aber in Ihr Gartentagebuch, dass Sie im nächsten Jahr beim Jungpflanzenkauf auf mehltaufeste Sorten achten. Ähnliches gilt, wenn eine bestimmte Tomatensorte, trotz größtmöglicher Hygiene, vorzeitig pilzkrank wird. Auch hier gibt es robuste Sorten für den Hausgarten.

Ende August säen Sie erste Sätze von Spinat und Feldsalat für die Herbsternte aus, Radieschen sind ebenfalls noch möglich. Das gilt auch für Ihre Frühbeete. Haben Sie es verpasst, Herbst- und Wintersalate auszusäen (siehe Juli), dann können Sie bei Ihrem Gärtner jetzt noch ohne weiteres Pflänzchen kaufen und Frühbeet wie Gewächshaus damit bestücken.

Oft fristen Frühbeete den Sommer über ein Schattendasein, sind doch die Möglichkeiten im Freiland nahezu unbegrenzt. Doch nun erinnern wir uns wieder der Vorteile, wenn wir bei kühleren Temperaturen die Fenster über die Gemüse- und Salatpflanzen legen können. Bevor Sie Ihr Frühbeete wieder in „Vollbetrieb“ nehmen, reinigen Sie die Scheiben von innen und außen. Entfernen Sie im Frühbeet unerwünschte Kräuter mit der Wurzel und ergänzen Sie bei Bedarf die ausgelaugte Erde mit reifem Kompost. Kompost in Maßen, den die Herbstsalate wünschen keine hohen Nährstoffgaben. Denken Sie daran, Flächen zu reservieren, damit Sie im Herbst Gemüse frostfrei und geschützt im Frühbeet einschlagen können.


SEPTEMBER

Im September haben Sie von warmen bis sehr kühlen Perioden eine weite Spannbreite. Dementsprechend sorgfältig sollten Sie das Klimamanagement im Gewächshaus durchführen. Lüften Sie bevorzugt bis zum frühen Nachmittag und schließen dann Fenster und Türen. So kann sich das Haus noch aufwärmen, was in die Nacht hinein vorhält. Luftaustausch ist trotzdem wichtig, genauso wie das kontrollieren auf Krankheiten und Schädlinge (siehe August).

In kälteren Regionen kann es sein, dass Sie die Heizung bereits für kalte Nächte benötigen. Dort sollten Sie auch empfindliche Pflanzen, wie Bougainvillea oder Rosen-Eibisch (Hibiscus) bereits einräumen. In dieser Zeit ist, wenn Sie nicht intensiv Gemüse pflanzen, das Gewächshaus nur wenig belegt. Vor dem Herbst ist eine gute Zeit, die Scheiben bei Bedarf zu reinigen. So stellen Sie sicher, dass in der dunklen Jahreszeit jeder Lichtstrahl zu Ihren Pflanzen gelangen kann. Reinigen Sie von innen und außen. Bei der Innenreinigung achten Sie darauf, dass Sie die Erde nicht stark durchnässen. Reinigen Sie eher mit einem Tuch als mit dem Hochdruckreiniger. Mit einer Klappleiter erreichen Sie die Scheiben im oberen Bereich am besten. Achten Sie auf einen sicheren Stand und legen ein breites Brett als feste Unterlage auf die Erde, damit die Leiter nicht einseitig einsinkt.

Die Düngung stellen Sie spätestens Anfang des Monats ein, so können Triebe ausreifen. Gießen Sie zurückhaltender und kontrollieren, ob die Erde trocken oder noch feucht ist. Denn nicht alle Pflanzen verdunsten gleich viel oder schnell.

Getopfte zweijährige Pflanzen, wie Veilchen, Fingerhut oder Bartnelken, sind nun gut durchwurzelt und können an ihren endgültigen Standort verpflanzt werden. Sie wachsen, im noch warmen Boden gut an und starten im nächsten Jahr mit voller Kraft durch. Eine Frühjahrspflanzung ist auch möglich, dann sollten Sie die Pflanzen geschützt überwintern. Aber die Entwicklung bis zur Blüte wird dann weniger kräftig ausfallen.

Die erste Monatshälfte ist auch eine gute Zeit, um bewurzelte Stecklinge einzutopfen. Sie bilden noch im Herbst neue Wurzeln und stellen im Frühjahr voll entwickelte Pflanzen dar. Ebenso sollten Sie Zwiebelpflanzen für die Topfkultur einpflanzen. Achten Sie in den Töpfen auf eine gute Drainageschicht und wählen Sie ein humoses, aber durchlässiges Substrat. Sie können, für einen langen Genuss, Zwiebeln auch schichten. Unten eine Lage Tulpen, in der Mitte Narzissen und oben frühe Krokusse ergeben eine Blütezeit von bis zu acht Wochen. Zwiebeln für die Topfkultur sollten Sie zur Sicherheit jährlich neu kaufen.

In kühleren Regionen denken Sie, je nach Zustand, über das Abräumen der Sommergemüse nach (siehe Oktober). Säen Sie bei Bedarf weiterhin Wintergemüse aus (siehe August) und pflanzen in der ersten Monatshälfte noch Wintersalate oder Kopfsalat. Im wärmeren Klima sind Sommergemüse in der Regel noch gesund und ertragreich.

Fehlt ihnen der Platz, um zum Beispiel Feldsalat vorzuziehen, so säen Sie in sogenannte Multitopfplatten. Dort haben Sie auf kleinstem Raum bis zu 100 „Töpfchen“, in denen jede Pflanze einen eigenen Ballen entwickelt. Nach dem Abräumen können Sie den Salat an Ort und Stelle pikieren und sparen dazu das aufwändige Jäten des keimenden Salates. Profis wenden diese Methode regelmäßig an.

Was Sie diesen Monat im Gewächshaus aussäen und pflanzen, können Sie ebenso im Frühbeete ausbringen. Allerdings ist dort das Lüftungsmanagement immer anspruchsvoller, da es sich schneller aufheizt und abkühlt. Liegt das Frühbeet, mit der sinkenden Sonne, jedoch zunehmend im Schatten von Gebäuden oder Bäumen, wird die Nutzung für Gemüse oder Salat eingeschränkt. Es kann aber andererseits vorteilhaft für die Überwinterung von Gemüse oder Stauden sein, da es sich nicht aufheizt. So kommen die Pflanzen nicht in vorzeitiges Wachstum.


OKTOBER

Der Oktober kann, obwohl die Tage kürzer werden, noch sehr sonnige und damit warme Perioden aufbieten. Lassen sie sich nicht verführen, Ihren Pflanzen dadurch noch einen herbstlichen Wachstumsschub zu ermöglichen. Lüften Sie an warmen Tagen ausgiebig, schließen am Nachmittag aber die Fenster und Türen, so dass eine Restwärme die Nacht durchhält. Ist es bereits kühler, gehen Sie zum kurzen, aber intensiven „Stoßlüften“ über, so wie Sie es im Haus halten. Es kann durchaus kalte Nächte mit ersten Frösten geben. Stellen Sie daher sicher, dass die Heizung funktioniert und eingeschaltet ist oder halten im Notfall ein Vlies bereit.

Über die Minimalansprüche verschiedener Pflanzengruppen wurde in anderen Monaten schon gesprochen. Leben Sie nicht gerade in einem Weinbauklima, sollten Sie daher an das Einräumen Ihrer Kübelpflanzen denken. Achten Sie darauf, dass Sie keine Schädlinge, wie Schnecken oder Läuse, mit in das Winterquartier nehmen. Blühende Kübelpflanzen, wie Fuchsien, Hibiskus, Bleiwurz, Enzianstrauch oder Lantanen können Sie bereits beim Einräumen zurückschneiden. So benötigen die Pflanzen weniger Platz und die meisten Blätter mit eventuell vorhandenen Schädlingen oder Pilzkrankheiten sind entfernt. Belassen Sie die noch grünen Blütenstände an Oleander. Sie blühen im nächsten Jahr meist weiter, abgestorbenes entfernen Sie erst im Frühjahr. Übergroße Pflanzen können Sie jetzt aber ohne weiteres auslichten.(→ Kübelpflanzen richtig überwintern)

Gießen Sie zurückhaltender und nicht über die Pflanzen. Es gehen seltener Pflanzen an Wassermangel ein (das sehen Sie sofort), als an Nässe (das erkennen Sie meist zu spät)! So lange kein Dauerfrost droht, können Sie noch Regenwasser sammeln. Später aber sollten Sie die Sammelbehälter vor dem Durchfrieren leeren. Erstes Falllaub entfernen Sie aus den Regenrinnen.

Ist die Weiße Fliege noch aktiv, können Sie mit biologischen Mitteln vorgehen (siehe Juni), damit die Tiere nicht im Gewächshaus überwintern. Gleiches gilt für die Bekämpfung von Schnecken, bevorzugen Sie hier unbedenkliche Mittel auf Eisen-Phosphor-Basis.

Wenn Sie in der ersten Monatshälfte wertvolle Gartenstauden teilen, topfen und ins Gewächshaus stellen, bilden diese bis zum Frühjahr vollständige Wurzelballen aus. Von einigen, wie auch Einjährigen, können Sie Samen entnehmen und luftig, trocken bis zum Frühjahr aufbewahren.

Sommergemüse, wie Tomaten, Zucchini, Auberginen und Paprika räumen Sie nun ab. Entfernen Sie immer so viele Wurzeln wie möglich mit. Damit beugen Sie Bodenermüdung vor. Bei Bedarf entnehmen Sie vor dem Einräumen der Kübel oder der Aussaat von Winterkulturen die Erde mindestens 20 cm tief. Diese Maßnahme ist alle drei bis fünf Jahre anzuraten, damit Krankheiten vorgebeugt wird. Hängen an den Tomaten noch halbreife Früchte, belassen Sie sie an der Pflanzen und hängen diese vollständig in einem warmen Kellerraum zum nachreifen auf. Der Geschmack ist zwar nicht so intensiv wie bei reif geernteten, aber immer noch gut.

Sie können noch Radieschen, Spinat und Feldsalat aussäen, letztere ebenso im Frühbeet. Halten Sie bedarf Flächen frei, um Wintergemüse oder Salat im Haus oder im Frühbeet einzuschlagen (siehe November). Erntereifen Salat im Frühbeet lüften sie tagsüber auch bei kühlen Temperaturen, spät nachmittags schließen Sie die Fenster als Frostschutz.

NOVEMBER

Im November werden die Tage merklich kürzer und tiefere Temperaturen mit Nachtfrösten sind keine Seltenheit. Für viele Kübelpflanzen und Wintergemüse reichen Temperaturen von 1° Celsius in der Nacht und 5°Celsius am Tag.

Bei Sonnenschein kann es durchaus wärmer werden. Zu viel Wärme ist aber im Spätherbst und Winter nicht erwünscht, da die Pflanzen sonst zu früh wieder Wachstumsimpulse erhalten. Lüften sie daher gegebenenfalls.

Um im Gewächshaus Heizkosten zu sparen, kann es sinnvoll sein, die Glasflächen mit Noppenfolie zu isolieren. Innen angebracht leidet die Ästhetik weniger als bei einer Außenisolierung. Die Türen sollten auf jeden Fall frei bleiben, damit Sie nach wie vor effizient lüften können. Bei Gewächshäusern mit einem steileren Dachwinkel ergibt sich schon eine Einsparung, wenn Sie die obere Giebelhälfte mit einer Folie abhängen. Dadurch bleibt die Wärme unten und Sie haben nur ein geringeres Volumen zu heizen. Im Fachhandel erhalten Sie Klammern aus Aluminium, die Ihnen das Anbringen an den längs laufenden Stegen erleichtern.

Achten Sie an warmen Tagen weiterhin auf einen guten Luftaustausch. Schließen Sie die Öffnungen aber so, dass am Nachmittag noch etwas Restwärme im Haus verbleiben kann.

Kontrollieren Sie bei Laubfall weiterhin die Dachrinnen.

Spätestens jetzt sollten Sie auch unempfindliche Kübelpflanzen einräumen.. Beachten Sie, dass die jetzt noch vorhandenen Blütenstände bei Oleander im nächsten Jahr weiter wachsen und blühen. Lassen Sie diese deshalb stehen.
Hygiene ist nun sehr wichtig, entfernen Sie deshalb regelmäßig trockenes oder vergilbtes Laub. Gießen Sie moderat und kontrollieren vorher die Bodenfeuchtigkeit. Bleiben in dieser Jahreszeit zu nasse Topfballen lange nass, sind Wurzelschäden oft die Folge, vor allem bei Zitruspflanzen.

Radicchio, Zuckerhutsalat, Kohlarten und Lauch können Sie im Freiland mit Wurzeln ausgraben und im Gewächshaus einschlagen. Es entstehen keine Frostschäden und Sie ernten nach Bedarf. Entfernen Sie vorher alle kranken oder überflüssigen Blätter.

Mit regelmäßigem Lüften an trockenen Tagen vermeiden Sie Fäulnis. Beim Lüften können immer wieder Mäuse ins Gewächshaus gelangen, die dort ausreichend Nahrung und angenehme Wärme finden. Haushaltsübliche Fallen geben hier Abhilfe, das beste Lockmittel ist ein Nougatbrotaufstrich. Bevorzugen Sie Lebendfallen, so finden Sie diese im Fachhandel. Bringen Sie aber die Tiere weit genug weg, sonst sind sie in der nächsten Woche wieder da.

Ausgesäter Spinat oder Feldsalat sollte bereits gut entwickelt sein. Ernten Sie die größten Pflanzen zwischen den kleineren, so entwickeln sich diese besser weiter. Um Schnittlauch anzutreiben können Sie einzelne Stücke aus dem Freiland ausstechen und topfen. Lassen Sie ihn aber draußen stehen, bis eine Frostperiode die Pflanzen austriebswillig gemacht hat. Dann können Sie Topf für Topf antreiben.

Im Frühbeet: erntereife Salate sollten Sie tagsüber lüften und nachts die Fenster verschließen. Auch hier können Sie Wintergemüse einschlagen, sollten aber darauf achten, dass keine starke Erwärmung an sonnigen Tagen erfolgt. Wurzelgemüse lässt sich im Frühbeet, in Sand eingeschlagen, ebenfalls gut lagern. Verwenden Sie dafür immer gesunde Wurzeln und Knollen.
Auch winterharte Stauden oder andere Pflanzen in Töpfen lassen sich im Frühbeet überwintern. Decken Sie in allen Fällen die Fenster dabei mit einem dicken Vlies ab. Einmal zur Schattierung und zum anderen als zusätzlichen Frostschutz.


DEZEMBER

Der lichtärmste Monat ist in der Regel, neben dem Januar, auch der kälteste.

Wenn Sie Ihr Gewächshaus heizen, richten sich die erforderlichen Temperaturen nach der Art der überwinterten Pflanzen. Sind wärmebedürftige unter Ihren Schützlingen, so sollten die Temperaturen auch nachts nicht unter 8°Celsius sinken, mediterrane Pflanzen kommen aber mit 1° Celsius durchaus klar. An sonnigen Tagen sollten Sie lüften (siehe Januar/November), damit kein vorzeitiges Wachstum angeregt und die Luft ausgetauscht wird.

Achten Sie darauf, dass die Kapazität Ihrer Heizung ausreichend ist, um auch tiefe Nachttemperaturen auszugleichen. So manche Heizung kommt bei minus 15°Celsius oder weniger an ihre Leistungsgrenze. Denken Sie auch daran, dass bei Ihrem Weihnachtsurlaub jemand die Temperaturen im Gewächshaus kontrolliert. Fällt die Heizung nur eine Nacht aus, hat das schwere Folgen. Ein kleiner Gasbrenner in Reserve kann hier wertvoll sein.

Im ungeheizten Gewächshaus können Sie Ihre Pflanzen, sowohl auf einem Tisch, als auch auf oder in der Erde mit einem dicken Vlies zusätzlich schützen. Entfernen Sie den Schutz an wärmeren Tagen, damit Luft an Ihre Pflanzen gelangen kann. Ein gutes Vlies hält jahrelang, sollte aber im Frühjahr immer vor dem Einlagern gut getrocknet werden.

Reagieren Sie bei Schneefall und kehren ihn vom Dach ab (siehe Januar).

Winterharte Stauden in Töpfen können, mit etwas Schutz, normalerweise draußen überwintern. Drohen tiefe Temperaturen, stellen Sie diese besser in das Gewächshaus. Sie benötigen kein Licht und können ohne weiteres auch unter den Tisch platzsparend und dunkel gestellt werden. Sobald die Temperaturen wieder steigen, räumen Sie diese aber besser wieder aus.

Gießen Sie weiterhin vorsichtig und kontrollieren mit dem Finger vorher die Bodenfeuchte. Auch wenn Blätter Trockenheit anzeigen, gießen Sie nicht übermäßig. Nimmt der Ballen kaum Wasser auf, gießen Sie ein wenig, warten eine halbe Stunde und gießen dann noch einmal vorsichtig nach. Achten Sie weiterhin auf Hygiene und entfernen Sie trockene oder kranke Blätter.

Gut entwickelte Wintergemüse, wie Feldalsat, Rauke oder Winterportulak können Sie weiterhin ernten. Entnehmen sie immer die größten Pflanzen oder Blätter (siehe November). An eingewinterten Salaten oder Lauch sollten faule Blätter entfernt werden. Gießen Sie auch hier vorsichtig und nicht auf die Blätter, Köpfe oder Stängel. So vermeiden Sie Fäulnis.

Hat Ihr ausgestochener Schnittlauch bereits eine Frostperiode erlebt, so können Sie nach und nach einzelne Töpfe ins Warme stellen. Er treibt schnell aus und ist nach kurzer Zeit erntereif. Gießen Sie in einen Untersetzer, aber mäßig.

Lüften Sie an warmen Tagen auch Ihre Frühbeete, gleich ob Sie dort Gemüse eingeschlagen oder Topfpflanzen überwintern. Denn trotz eines Vlieses als Isolierung und Schattierung, können sich diese bei direkter Sonneneinstrahlung erwärmen.

Im Dezember ist auch die Zeit, das nächste Jahr vorzubereiten. Können Sie auf ein kleines Gartentagebuch zurückgreifen, ist das eine wertvolle Hilfe. Dabei müssen Sie keine schriftstellerischen Talente entwickeln. Kurze Stichworte über robuste oder reich blühende Pflanzen, solche die eher enttäuscht haben und Erfahrungen mit Ihrem Gewächshaus im Laufe des Gartenjahres helfen, dass das nächste Jahr – wie immer! – ein besseres wird. Wenn Sie in Katalogen interessante neue Sämereien entdecken, bedenken Sie, dass diese in der Regel als Erstes ausverkauft sind und bestellen Sie frühzeitig. Benötigen Sie jeweils nur kleinere Mengen an Pflanzen kann es sinnvoll sein, diese in der gewünschten Anzahl im Frühjahr bei einem Gärtner Ihres Vertrauens zu erwerben. Sie erhalten optimal entwickelte Pflanzen und sparen sich die Anzucht einer ganzen Samentüte, die Sie letztlich nicht alle verwenden können.

Einige Adventskerzen im Gewächshaus bieten abends übrigens eine echte Überraschung und erwärmen nicht nur die Gewächshausluft (gut, nur ein wenig…), dafür aber umso mehr die Seele in dieser dunkeln Jahreszeit.

Der Gewächshauskalenderautor wünscht Ihnen ein frohes Fest und freut sich mit Ihnen auf das neue Gartenjahr!