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Gewächshauskalender

12 Monate Alitex Gewächshauskalender

Hansjörg Haas – Gartenbuchautor, Gartenbau-Ingenieur und selbst Gewächshausgärtner – hat für uns diesen Kalender zusammengestellt. Monatliche Gärtnertipps speziell für Ihr Gewächshaus begleiten Sie durch’s ganze Jahr – wir wünschen einen allzeit grünen Daumen.

 

JANUAR

Im Januar herrscht überwiegend Ruhe im Gewächshaus. Trotzdem sollten Sie regelmäßige Kontrollen durchführen.

Fällt Schnee, wirkt dieser auf dem Dach wie eine Isolierung. In einem ungeheizten Gewächshaus, in dem an sich winterharte Stauden oder Gehölze überwintern, deren Töpfe nicht durchfrieren sollen, kann er liegen bleiben. Wird es jedoch beheizt, weil Kübelpflanzen überwintern (→ Kübelpflanzen richtig überwintern) oder Spinat, Feldsalat ausgesät beziehungsweise  Zuckerhut und Radicchio eingeschlagen sind, sollten Sie den Schnee entfernen. Denn er mindert den Lichteinfall beträchtlich und auch die Wintersonne erwärmt erstaunlich gut.

Allerdings soll es im Haus auch nicht zu warm werden. Die Pflanzen würden antreiben, dazu ist es jedoch jetzt noch zu früh. Vor allem, wenn Sie im beheizten Haus Ihre Oleander, Lorbeer, Fuchsien und Zitrus bei etwa 8° überwintern. Dann sollten Sie gegen Mittag lüften, damit die Temperatur nicht zu hoch ansteigt. Schließen Sie die Fenster und Türen aber wieder so zeitig, dass die Sonne noch etwa zwei Stunden die Luft erwärmt und eine Reserve für die Nacht entsteht.

Da Lüften sorgt zudem für einen Luftaustausch, so dass übermäßige, stehende Feuchtigkeit verdunsten kann und Pilzbefall vermieden wird. Um diesen, zum Beispiel mit Grauschimmel (Botrytis) aktiv zu vermeiden, entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Blätter oder Triebe von Ihren Pflanzen, den Kübeln und dem Boden.

Trotz des Winters können sich Schädlinge, wie Läuse oder Spinnmilben entwickeln. Bei Läusen an Fuchsien, Schönmalve oder krautigen Pflanzen nutzen Sie Ende Januar die Gelegenheit und schneiden sie zurück. Das Schnittgut entsorgen Sie über den Hausmüll. Ansonsten verwenden Sie ein biologisches Mittel zur Bekämpfung.

Gießen Sie wenig, die Topfballen der Kübel oder die Erde der Gemüsepflanzen sollte immer erst abtrocknen. Gerade bei Zitrus oder glasierten Kübeln oder solchen aus Plastik kann zu viel Nässe zu Fäulnis der Wurzeln führen. Verwenden sie am besten lauwarmes Gießwasser, Regenwasser wird im Keller einige Tage „angewärmt“.

Wenn Sie erste Aussaaten vornehmen wollen, empfiehlt sich eine Wärmeplatte mit einer Temperaturregulierung. Denn die meisten Samen wünschen zur Keimung eine Temperatur zwischen 18° und 24° Celsius.


FEBRUAR

Im Februar kann sich das Gewächshaus bei Sonnenschein schon stark erwärmen. Um große Temperaturschwankungen zu vermeiden, sollten Sie ausreichend lüften. Dabei bevorzugen Sie die Mittagszeit und schließen rechtzeitig wieder. So kann die Nachmittagssonne noch einige Wärmereserven liefern.

Steigen die Temperaturen regelmäßig über 15° Celsius, steigt auch der Pilzdruck und Schädlinge beginnen sich zu vermehren. Halten Sie weiter hin die Hygiene im Haus hoch.

Im beheizten Haus beginnen Kübelpflanzen anzutreiben. Jetzt ist die geeignete Zeit für einen Rückschnitt. Bedenken Sie dabei, dass alle sommerblühenden Pflanzen an ihren diesjährigen Trieben blühen. Ein starker Rückschnitt bewirkt einen kräftigen Neuaustrieb und damit eine lange sowie reiche Blüte. Geranien (Pelargonien) benötigen eine trockene Luft. Bei hoher Luftfeuchtigkeit setzt ihnen Grauschimmel zu. Werden sie zu früh geschnitten, kann sich dieser auch an den Schnittstellen einnisten und ganze Triebe sterben ab.

Topfballen trocknen nun schneller aus. Achten Sie trotzdem darauf, nicht zu übermäßig zu gießen. Während bewölkten Perioden können diese auch jetzt noch nicht zügig abtrocknen. Gießen Sie nicht mit der Brause über die Pflanzen, sondern nur direkt in den Topf. Feuchte Blätter bieten eine Angriffsfläche für Pilze.

Wollen Sie Gemüse pflanzen, bringen Sie verrotteten Kompost auf und arbeiten ihn mit der Grabegabel ein. Gegen Ende des Monats können Sie Salate und Kohlrabi pflanzen. Für kalte Nächte sollten sie jedoch ein Gemüsevlies zur Abdeckung bereithalten.

Mit zunehmender Tageslänge und Temperatur beginnt auch die Zeit der Aussaaten: Erste Saaten von Salat, Rettich und Radieschen sind möglich. Aber auch Rukola, Kresse, Spinat oder Petersilie können Sie nun säen. Ab der zweiten Monatshälfte bringen Sie auch die Samen vieler Sommerblumen und Stauden in Ihre Aussaatkistchen. Achten Sie dabei auf die Angaben der Hersteller zum idealen Zeitpunkt und vor allem der idealen Keimtemperatur. Die Temperatur des Bodens sollte dabei gleichmäßig sein (siehe Januar). Um ein zu schnelles Abtrocknen zu verhindern decken Sie die Aussaatkisten mit einer Folie oder einer Haube ab. Bedenken Sie, dass es auf der Südseite des Gewächshauses  sehr heiß werden kann und stellen die Kisten nicht direkt an die Scheibe.


MÄRZ

Im März sind die Tage schon deutlich länger und bringen erheblich mehr Wärme und Licht in Ihr Gewächshaus. Gerade jetzt wird erkennbar, warum man im deutschen oft von „Treibhaus“ spricht. Mit einer automatischen Lüftungsanlage der Giebelfenster vermeiden Sie eine Überhitzung.

Das hohe Lichtangebot gelangt aber nur zu Ihren Pflanzen, wenn die Scheiben sauber sind. Jedes Prozent Verschmutzung vermindert die Zuwachsleistung beziehungsweise führt zu erhöhtem Längenwachstum. Bevor Sie die Beete bepflanzen oder Ihre Sämlinge in Töpfchen pikieren, sollten Sie überlegen, die Scheiben zu reinigen. Suchen Sie einen warmen Tag aus und räumen Ihre Pflanzen aus. Für die Außenflächen gibt es spezielle Bürsten mit Stiel, die Sie mit dem Wasserschlauch verbinden. Während Sie bürsten, fließt immer Wasser hindurch. Dieses arbeitssparende System ist jedoch für den Innenbereich nicht geeignet. Sie würden übermäßige Wassermengen in das Gewächshaus, vielleicht auch noch Spülmittel, einbringen. Hier sollten Sie von Hand reinigen, was, zugegeben etwas aufwändig ist. Jedoch: Ihre Pflanzen lohnen es Ihnen!

Kontrollieren Sie dabei auch die Regenrinne und deren Ablauf. Bei Bedarf geben Sie auf die Scharniere und Verschlüsse der Türen und Fenster einen Tropfen Öl. Dass Sie dabei auch gleich die Bestände, die sich wundersamer Weise immer unter dem Tisch ansammeln, sortieren, braucht sicher nicht erwähnt zu werden.

Haben sie Ihre Kübelpflanzen für das Reinigen ausgeräumt, können Sie auch gleich kontrollieren, ob Sie welche umtopfen sollten. Bei Pflanzen, deren Topf nicht größer werden soll, stechen Sie mit einem scharfen Spaten Teile des Ballens ab und ergänzen mit frischer Erde. Ansonsten wählen sie einen leicht größeren Topf. Achten Sie immer darauf, das Abzugsloch am Boden mit einigen Tonscherben durchlässig zu halten.

In den Beeten beginnen Ihre Stauden anzutreiben. Jetzt ist eine gute Zeit, einzelne Stücke abzustechen und einzutopfen. Im Gewächshaus wurzeln diese schneller und ergeben bis in zwei Monaten vollwertige Pflanzen.

Beginnen Sie Sämlinge aus den Aussaatkisten zu pikieren. Gießen Sie diese vorsichtig an. Achten Sie darauf, dass die Töpfe, bis sie durchwurzelt sind, nicht vernässen. Auch weitere Aussaaten sind jetzt möglich, vorausgesetzt, dass die Temperaturen nicht zu tief absinken.

Topfpflanzen, die an sich winterhart, im Gewächshaus überwintert haben, sollten Sie in warmen Regionen jetzt ausräumen. Stellen Sie sie geschützt und halbschattig auf, damit sie sich akklimatisieren können. In kühleren Regionen warten Sie damit noch – das Gewächshaus sollte dann aber auch nicht zu warm gehalten werden.


APRIL

Der April kann eine weite Brandbreite von Temperaturen bereithalten. Einerseits entspricht die Tageslänge der zweiten Augusthälfte, was oft vergessen wird. Zum anderen sind Frostnächte keine Seltenheit.

Passen Sie das Lüften und Gießen den Außenbedingungen an. Vermeiden Sie es, Ihre Pflanzen in kalten oder bedeckten Perioden übermäßig zu gießen. An kalten Tagen sollten Sie die gesamten Türen und Seitenlüftungen kurz öffnen, damit die Luft schnell ausgetauscht wird, es aber nicht vollständig auskühlt.

Halten Sie Vlies bereit, um Ihre empfindlichen Pflanzen in Frostnächten zusätzlich abdecken zu können. Wird normales Gemüsevlies doppelt gelegt, ist die Isolierung besser.

An warmen sonnigen Tagen sollten Sie, sofern eine Schattierung vorhanden ist, über die Mittagsstunden schattieren.

Mit einsetzendem Wachstum wird auch das Düngen wichtiger. Topfpflanzen düngen sie am besten mineralisch. Verwenden Sie hierzu Volldünger, die Sie in der Gießkanne auflösen und bei warmem Wetter wöchentlich verwenden. Länger halten Vorratsdünger an. Diese sollten Sie jedoch nicht nur auf die Erde bringen, sondern etwas einarbeiten. Kübelpflanzen, die noch keine neue Blattmasse entwickelt haben, sollten Sie aber zurückhaltend gießen und düngen.

Die ersten Salate und Radieschen sind erntereif. Achten Sie darauf, dass Ihnen Schnecken die Ernte nicht streitig machen. Im Hausgarten können Sie umweltverträgliches Schneckenkorn auf der Basis von Eisen-Phosphor-Verbindungen verwenden. Streuen Sie es immer breitwürfig aus.

Ende des Monats können in warmen Lagen oder in einem beheizten Gewächshaus bereits Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen pflanzen. Achten sie auf ausreichende Abstände. Zu eng stehende Pflanzen sind pilzanfälliger. Reichern Sie vor der Pflanzung den Boden mit Kompost an und düngen ansonsten mit organischen Düngern. Denn diese Sommergemüse, mit ihrem starken Wachstum, haben einen hohen Nährstoffbedarf.

Im Frühbeet steigt und fällt die Temperatur schneller als im Gewächshaus. Achten Sie daher dort besonders auf lüften und Frostschutz. Erste Ernten schaffen Platz für neue Aussaaten oder Pflanzungen. Bedenken Sie, dass Sie Pflücksalate schnell und über einen längeren Zeitraum beernten können, ohne dass Sie gleich einen ganzen Salatkopf verarbeiten müssen.

Aussaaten von Salaten, schnell wachsenden Gemüsearten und Sommerblumen sind noch ohne weiteres möglich.

Topfpflanzen können ohne Probleme umgetopft werden, Jungpflanzen ebenso. Haben Sie Ihre Pflanztische mit Blähton „ausgefüttert“, achten Sie darauf, dass Ihre Pflanzen nicht übermäßig in den Blähton wachsen. Nehmen Sie die Töpfe immer wieder hoch und entfernen auswachsende größere Wurzeln. Kleine Würzelchen, die sich im Untergrund verankern, stören nicht, sondern verzögern das Austrocknen der Pflanzen.


MAI

Der Mai ist der Monat des starken Wachstums – vorausgesetzt, Temperatur, Wasserverhältnisse und Nährstoffvorrat sind optimal vorhanden. Gerade Anfang des Monats sollten Sie auf kühle Nächte achten, es kann immer noch Bodenfrost geben.

Die nun langen Tage können das Gewächshaus sehr stark aufheizen. Bei Temperaturen über 30° gehen Ihre Pflanzen in eine Art Kauerstellung, um Stress zu vermeiden. Das Wachstum wird dadurch eingeschränkt. Deshalb heißt es Lüften, so viel wie möglich. Gleichzeitig geöffnete Seiten- und Dachfenster erlauben einen guten Durchzug. Eine Innenschattierung senkt die Temperatur ein Stück weit, aber die heizenden Strahlen kommen nach wie vor durch die Fenster. Eine Außenschattierung leistet Ihnen hier wertvollere Dienste, denn das Glas wird mit schattiert. Sie lässt sich je nach Bedarf zeitsparend und effizient einsetzen. Ein oft vergessener Nebeneffekt ist, dass Sie bei drohendem Hagelschlag damit Ihr Gewächshaus schützen können.

Lüften Sie auch an trüben Tagen, damit die Luft ausgetauscht wird und Feuchtigkeit entweichen kann.

Nun ist die ideale Zeit Wärme liebende Sommergemüse zu pflanzen. Von Aubergine, Paprika, Honigmelone, Gurke bis zur Tomate, ist das Gewächshaus ein idealer Ort für eine erfolgreiche Ernte. Wo möglich, probieren Sie veredelte Sorten aus, diese sind oft robuster und ertragreicher. Reichern Sie den Boden mit reifem Kompost an und versuchen Sie die Standorte der einzelnen Arten von Jahr zu Jahr zu tauschen. Tomaten ziehen Sie mit nur einem Trieb nach oben, am besten an einer Schnur. Bei Gurken und Honigmelonen entspitzen Sie den Haupttrieb und führen ein oder zwei Seitentriebe nach oben, diese tragen reichlicher weibliche Blüten.

Wählen sie ausreichende Pflanzabstände, damit die Pflanzen besser durchlüftet werden. In den Zwischenräumen können Sie den Sommer über Stecklinge ziehen, die keine volle Sonne vertragen. Gießen Sie möglichst nicht auf die Blätter, sondern nur auf den Boden.

Die meisten Kübelpflanzen sind ausgeräumt. Beim Ausräumen achten Sie darauf, diese erst einmal halbschattig zu stellen bis sich die Blätter an die intensivere Strahlung gewöhnt haben. In der Hauptwachstumszeit sollten Sie regelmäßig düngen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der April-Ausgabe.

Oft irren Insekten im Gewächshaus umher, die keinen Ausgang mehr finden. Da sie immer zum Punkt des stärksten Lichts fliegen, lassen Sie auf der Westseite abends die Tür oder das Fenster offen. Einzelne Hummeln oder Bienen lassen sich zwischendurch mit einem Teichkäscher einfangen und ins Freie bringen.

Das Frühbeet eignet sich immer noch, um niedere Gemüse oder Kräuter anzupflanzen. Wärme liebende Kräuter, wie Basilikum oder Dill, können so nachts besser vor Kälte geschützt werden. Die Anzucht von Salat ist im Frühbeet ebenfalls vorteilhaft, da er dort weniger von Schnecken aufgesucht wird. (siehe April). Radieschen oder Rukola lassen sich ebenfalls immer noch ertragsbringend aussäen. Achten Sie auf eine gute Lüftung, das geschlossene Frühbeet heizt sich schon morgens schnell und stark auf.


JUNI

Im Juni haben wir mit den längsten Tagen und dem Höchststand der Sonne im Gewächshaus oft sehr hohe Temperaturen. Über die Möglichkeiten des Schattierens und die Regeln des Lüftens wurde im Mai schon gesprochen.

Doch was können Sie zusätzlich noch tun, um die Temperaturen zu senken und Ihre Pflanzen gesund und stressfrei zu halten?

Befeuchten Sie bei Hitze den Mittelgang. Durch die Verdunstung des Wassers werden die Temperaturen leicht gesenkt. Sollten Sie eine Giebelwand nach Süden haben, die keine Außenschattierung besitzt, können Sie diese vorübergehend abhängen. Klammern Sie zwei alte Leintücher an den Dachrändern fest und lassen diese herunterhängen. Wird die Schattierung nicht benötigt, raffen Sie sie zur Dachschräge hin seitlich auf und klammern sie dort fest. Dieser „Vorhang“ ist schnell auf- und wieder abgebaut. Er wird in der Regel nur für kurze Zeiten benötigt und kann durchaus reizvoll aussehen. Vor allem, wenn Sie auf Plastikklammern verzichten und übergroße Holzwäscheklammern verwenden, die Sie in guten Bastelgeschäften erhalten.

Vermeiden Sie es, Ihre Pflanzen über die Blätter zu gießen, diese sollten trocken bleiben. Eine Mulchschicht aus Stroh hält den Boden länger feucht. Topfpflanzen trocknen sehr unterschiedlich schnell aus. Kontrollieren Sie Ihre Töpfe vor jedem Gießgang, ob Sie noch feucht sind. Meist sind es immer dieselben Pflanzen, die schneller austrocknen.

Gegen Läuse oder Weiße Fliegen können Sie mit biologischen Mitteln, die keine Wartezeiten nach der Anwendung besitzen, gute Erfolge erzielen. Spritzen Sie dabei früh morgens, dann können Weiße Fliegen nicht so schnell entwischen, da sie in der Kühle noch träge sind.

Entfernen Sie bei Tomaten regelmäßig die Seitentriebe und leiten den Haupttrieb an einer Schnur nach oben. Braune oder vergilbte Blätter und Verblühtes bei Zierpflanzen entfernen Sie. Andere Gemüsearten, wie Paprika, Melonen oder Auberginen, stützen Sie ebenfalls, überzählige Seitentriebe können Sie auch hier entfernen. Bedenken Sie, dass eine dichte Blattmasse immer länger feucht bleibt, als eine lockere.

Der Juni ist auch eine gute Zeit, um Stecklinge Ihrer Lieblinge zu nehmen. Schneiden Sie dazu grüne bis halbverholzte Triebe mit zwei Knospenpaaren. Die Blätter der unteren Knospen entfernen Sie, oben bleibt eines stehen. Saubere Schnitte mit dem Messer fördern die Wurzelbildung, ebenso das Eintauchen in Wurzelhormonpuder. Reichern Sie düngerfreie Aussaaterde mit scharfem Sand (kein Schwemmsand aus dem Sandkasten) an und stecken Sie die Stecklinge bis kurz unter die oberste Knospe. Stellen Sie die Töpfe nicht an ein Südfenster, sie würden dort verbrennen. Gießen Sie vorsichtig an und decken Sie sie zum Schluss mit einer Glasglocke oder eine durchsichtigen Folie ab. Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit und lüften in der Nacht. Nach vier bis sechs Wochen haben die meisten Arten Wurzeln gebildet und können vorsichtig umgetopft werden.

Zweijährige Pflanzen, wie Fingerhut, Königskerze, Bartnelke, Veilchen oder Vergissmeinnicht, können Sie Ende des Monats aussäen. Nach vier bis acht Wochen vereinzeln Sie die Pflanzen in Töpfchen.

Ein Gartentagebuch über Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutzanwendungen, Düngung, Aussaaten oder zu dicht gesetzte Pflanzen ist Ihnen im nächsten Jahr eine wertvolle Hilfe Fehler zu vermeiden und Erfolge zu wiederholen.


OKTOBER

Kübelpflanzen richtig überwintern

Fuchsie1Meist kommt er ganz überraschend: der erste Frost. Obwohl sich das Spiel jährlich wiederholt, ist es immer dasselbe: man ist eigentlich noch nicht willens oder gar vorbereitet.

Denken Sie deshalb frühzeitig daran, Ihre Kübelpflanzen für das Winterquartier vorzubereiten.

Die Wurzelballen dürfen zwar feucht, sollten aber nicht nass sein. Bedenken Sie, dass es zwar leicht ist, trockene Ballen zu befeuchten, aber sehr schwierig nasse zu trocknen. Im kühlen Winterquartier verdunsten die Pflanzen kaum Wasser. Bei zu nasser Erde stellt sich bald Fäulnis der Wurzeln ein.

  • Entfernen Sie, bevor Sie einräumen, abgefallenes Laub auf den Töpfen und kranke Blätter an der Pflanze.
  • Sorgen Sie für eine regelmäßige Lüftung. Bei hoher Luftfeuchtigkeit entwickelt sich schnell Pilzbefall. Gerade Pelargonien werden schnell von Grauschimmelpilzen befallen. Auch im Winter können tagsüber Temperaturen über 8° Celsius steigen, nutzen Sie solche Tage, um ausgiebig zu lüften.
  • Bei übergroßen Pflanzen oder dunkler Überwinterung schneiden Sie Blütengehölze teilweise zurück. Der endgültige Schnitt erfolgt jedoch immer erst im Frühjahr. Wenn bei Oleander jedoch noch vitale Blütenknospen an den Triebenden stehen, erhalten Sie diese. Sie bilden im nächsten Jahr den ersten Blütenflor aus.
  • Kontrollieren Sie einmal wöchentlich die Feuchtigkeit der Erde. Ist diese trocken, gießen Sie ein wenig. Verfärben sich bei Zitrus die Blätter trotz hellem Standort gelb, ist meist zu viel Nässe der Grund. Bei Trockenheit rollen Sie sich hingegen leicht ein.
  • Für warme Wintergärten sind die mediterranen Klassiker nicht geeignet. Für Olive, Zitrus, Lorbeer oder Oleander ist es bei 20 Grad zu warm. Für alle anderen gilt: je wärmer sie stehen, umso mehr Licht benötigen sie.

Nicht alle Kübelpflanzen wollen gleich warm überwintert werden. Hell, bei 5 bis 10 Grad lassen sich gut überwintern: Zitrus, Zylinderputzer (Callistemon), Olive, Echter Lorbeer, Oleander und Neuseeländischer Flachs.

Auch im Dunkeln, ebenfalls 5 bis 10 Grad, lassen sich Enzianstrauch (Solanum), Granatapfel, Fuchsie und Schönmalve (Abutilon) stellen.

Etwas mehr Wärme, 10 bis 15 Grad, benötigen: Roseneibisch, Bougainvillea, Prinzessinenstrauch (Tibouchina) und Pelargonien. Diese Arten sollten Sie einräumen, bevor die Nachttemperaturen unter 5 Grad fallen.

 

Neuseeländischer Flachs 'Black Adder'1

Neuseeländischer Flachs kann auch leichte Nachtfröste ohne weiteres aushalten.

 

Fuchsie1Fuchsien werden im Herbst nur zurückgeschnitten oder gar entblättert, wenn sie dunkel überwintern.

 

Roseneibisch1Roseneibisch sollte frühzeitig eingeräumt werden

 

Zitrus panaschiert 1Zitrus, hier eine panaschierte Sorte, wünschen einen kühlen, aber hellen Winterstandort.


NOVEMBER

Im November werden die Tage merklich kürzer und tiefere Temperaturen mit Nachtfrösten sind keine Seltenheit. Für viele Kübelpflanzen und Wintergemüse reichen Temperaturen von 1° Celsius in der Nacht und 5°Celsius am Tag.

Bei Sonnenschein kann es durchaus wärmer werden. Zu viel Wärme ist aber im Spätherbst und Winter nicht erwünscht, da die Pflanzen sonst zu früh wieder Wachstumsimpulse erhalten. Lüften sie daher gegebenenfalls.

Um im Gewächshaus Heizkosten zu sparen, kann es sinnvoll sein, die Glasflächen mit Noppenfolie zu isolieren. Innen angebracht leidet die Ästhetik weniger als bei einer Außenisolierung. Die Türen sollten auf jeden Fall frei bleiben, damit Sie nach wie vor effizient lüften können. Bei Gewächshäusern mit einem steileren Dachwinkel ergibt sich schon eine Einsparung, wenn Sie die obere Giebelhälfte mit einer Folie abhängen. Dadurch bleibt die Wärme unten und Sie haben nur ein geringeres Volumen zu heizen. Im Fachhandel erhalten Sie Klammern aus Aluminium, die Ihnen das Anbringen an den längs laufenden Stegen erleichtern.

Achten Sie an warmen Tagen weiterhin auf einen guten Luftaustausch. Schließen Sie die Öffnungen aber so, dass am Nachmittag noch etwas Restwärme im Haus verbleiben kann.

Kontrollieren Sie bei Laubfall weiterhin die Dachrinnen.

Spätestens jetzt sollten Sie auch unempfindliche Kübelpflanzen einräumen.. Beachten Sie, dass die jetzt noch vorhandenen Blütenstände bei Oleander im nächsten Jahr weiter wachsen und blühen. Lassen Sie diese deshalb stehen.
Hygiene ist nun sehr wichtig, entfernen Sie deshalb regelmäßig trockenes oder vergilbtes Laub. Gießen Sie moderat und kontrollieren vorher die Bodenfeuchtigkeit. Bleiben in dieser Jahreszeit zu nasse Topfballen lange nass, sind Wurzelschäden oft die Folge, vor allem bei Zitruspflanzen.

Radicchio, Zuckerhutsalat, Kohlarten und Lauch können Sie im Freiland mit Wurzeln ausgraben und im Gewächshaus einschlagen. Es entstehen keine Frostschäden und Sie ernten nach Bedarf. Entfernen Sie vorher alle kranken oder überflüssigen Blätter.

Mit regelmäßigem Lüften an trockenen Tagen vermeiden Sie Fäulnis. Beim Lüften können immer wieder Mäuse ins Gewächshaus gelangen, die dort ausreichend Nahrung und angenehme Wärme finden. Haushaltsübliche Fallen geben hier Abhilfe, das beste Lockmittel ist ein Nougatbrotaufstrich. Bevorzugen Sie Lebendfallen, so finden Sie diese im Fachhandel. Bringen Sie aber die Tiere weit genug weg, sonst sind sie in der nächsten Woche wieder da.

Ausgesäter Spinat oder Feldsalat sollte bereits gut entwickelt sein. Ernten Sie die größten Pflanzen zwischen den kleineren, so entwickeln sich diese besser weiter. Um Schnittlauch anzutreiben können Sie einzelne Stücke aus dem Freiland ausstechen und topfen. Lassen Sie ihn aber draußen stehen, bis eine Frostperiode die Pflanzen austriebswillig gemacht hat. Dann können Sie Topf für Topf antreiben.

Im Frühbeet: erntereife Salate sollten Sie tagsüber lüften und nachts die Fenster verschließen. Auch hier können Sie Wintergemüse einschlagen, sollten aber darauf achten, dass keine starke Erwärmung an sonnigen Tagen erfolgt. Wurzelgemüse lässt sich im Frühbeet, in Sand eingeschlagen, ebenfalls gut lagern. Verwenden Sie dafür immer gesunde Wurzeln und Knollen.
Auch winterharte Stauden oder andere Pflanzen in Töpfen lassen sich im Frühbeet überwintern. Decken Sie in allen Fällen die Fenster dabei mit einem dicken Vlies ab. Einmal zur Schattierung und zum anderen als zusätzlichen Frostschutz.